Kaufberatung: Welche Apple Watch für wen?

Die Apple Watch ist Smartwatch-Marktführer: Doch welche Apple Watch lohnt sich und von welcher sollte man besser die Finger lassen?

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(Bild: stock.adobe.com, Denys Prykhodov)

Von
  • Sebastian Trepesch
  • Holger Zelder
Inhaltsverzeichnis

Wer noch keine hat, sei gewarnt: Wenn man sich einmal an die Apple Watch gewöhnt hat, möchte man sie nicht mehr missen. Die Uhr stellt eine ideale Ergänzung zum iPhone dar, wenngleich der Funktionsumfang zunächst unspektakulär klingt: Die Smartwatch zeigt Informationen wie Uhrzeit, Wetterbericht und Termine an. Darüber hinaus empfängt sie die Benachrichtigungen vom iPhone – Erinnerungen genauso wie eintreffende Messenger-Nachrichten. Der Sprachassistent Siri stellt Wecker oder legt Erinnerungen an. All die Funktionen nutzt man direkt am Handgelenk – das macht die Uhr besonders.

Zudem dient sie als Fernbedienung, sie steuert den Medienplayer auf dem Smartphone, löst die Kamera aus oder schaltet Lampen im smarten Zuhause. Vereinzelt kann das iPhone sogar zu Hause bleiben: Etwa beim Fitnesstraining übernimmt sie die Herzfrequenz- und GPS-Aufzeichnung und beliefert die Kopfhörer mit Musik. Auf dem Rückweg kann der Sportler sogar die Brötchen beim Bäcker mit Apple Pay bezahlen. Mit Apps aus dem App Store kann man den Funktionsumfang vergrößern.

kurz & knapp
  • Die Watch Series 6 ist das aktuelle Topmodell.
  • Apple verkauft außerdem die abgespeckte Watch SE sowie die ältere Series 3 als günstigste Variante.
  • Das Auslaufmodell Series 5 stellt eine preisgünstige Alternative zur Series 6 dar.
  • Das EKG gibt es auch schon in der Series 4.
  • Wer auf Always-On-Display und EKG verzichten kann, dem reicht die Apple Watch SE.

Jede Generation seit der Series 3 gibt es als "Cellular"-Version. Sie verbindet sich dank eingebautem LTE-Modem direkt mit dem Mobilfunknetz. Somit kann der Besitzer, selbst wenn das iPhone nicht in der Nähe ist, Anrufe tätigen oder die Datenverbindung für die Wettervorhersage, Siri, iMessage, Musikstreaming, Navigation und mehr nutzen.

Für diese Funktionen reicht es nicht, die Ausführung "GPS + Cellular" zu kaufen, die meist 60 bis 100 Euro mehr als die klassische "GPS"-Uhr kostet. Man benötigt zusätzlich für den iPhone-Tarif einen MultiSIM-Tarif vom selben Mobilfunkanbieter, von dem auch die SIM-Karte im iPhone stammt. Bei der Telekom und Vodafone beträgt der Smartwatch-Aufpreis zu einem Standardtarif 5 Euro pro Monat oder mehr. O2 verlangt keine Extrakosten für die eSIM. Bei allen Anbietern wird aber ein Laufzeitvertrag dafür vorausgesetzt, Prepaid-Kunden bleiben außen vor.

Im Herbst 2020 hat Apple die Series 6 und die abgespeckte Alternative Watch SE veröffentlicht (siehe auch Besser oder billiger: Apple Watch Series 6 und SE im Test). Von den früheren Generationen ist immer noch die drei Jahre alte Series 3 im Programm. Weitere Modelle findet man entweder als Restposten bei anderen Händlern oder gebraucht bei Plattformen wie eBay.

Alle Watch-Modelle gibt es in zwei Größen. Die Angaben "40 mm" und "44 mm" beziehen sich auf die Höhe neuerer Gehäuse. Frühere Generationen bis Series 3 waren 38 mm beziehungsweise 42 mm hoch. Lassen Sie den Umfang Ihres Handgelenks entscheiden, welche Größe Sie wählen. Mit zierlichen Armen sollten Sie zum kleinen Modell greifen, mit normalen bis kräftigen zum großen. Letzteres kostet meist 30 Euro mehr. Bei Apple und anderen Händlern kann man Modelle vor Ort anprobieren – zumindest, wenn kein Lockdown verfügt wurde.

Neben den Größen hat der Käufer die Wahl zwischen unterschiedlichen Farben und Materialien. Hochwertig wirkt das glänzende Edelstahl mit Saphirglas auf der Oberseite, für das Apple ein paar Hundert Euro Aufpreis verlangt. Das matte Aluminiumgehäuse mit Ion-X-Glas wiegt merklich weniger (bei der Series 6 mit 44 mm zum Beispiel 36,5 Gramm versus 47,1 Gramm). Daneben gibt es Luxusmodelle aus Titan, frühere Edelobjekte waren aus Keramik (Series 2, 3 und 5) oder sogar Gold (erste Generation aka Series 0).

So unterschiedlich das Äußere, so einheitlich ist die Technik von jeweils einer Uhrengeneration: Alle Ausführungen haben den gleichen Chip und die gleichen Sensoren.

Zusätzlich individualisiert Apple die Uhren mit unterschiedlichen, leicht wechselbaren Armbändern. Zum Beispiel sorgen Leder und Milanaise für einen gediegenen und modernen Look. Angenehm für den Sport sind wasserverträgliche Nylon- oder Fluorelastomer-Bänder. Die Sondereditionen Hermès und Nike grenzen sich mit eigenen Armbändern und zusätzlichen Ziffernblättern von den Standardmodellen ab.

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Jede Apple Watch muss man über ein iPhone einrichten. Seit diesem Herbst und watchOS 7 lassen sich Cellular-Uhren ab Series 4 auch über die Familienkonfiguration in Betrieb nehmen. Das ist praktisch, wenn zum Beispiel die Oma oder der junge Filius kein eigenes iPhone besitzen. Nur Tarife von Truphone und der Telekom unterstützen aktuell die Funktion.

Um eine Apple Watch mit watchOS 7 einzurichten, benötigen Sie mindestens ein iPhone 6s mit iOS 14.

Die Series 2 bietet zwar bereits alle Grundfunktionen, ist aber recht langsam und nur noch gebraucht erhältlich.

Die Anschaffung einer Watch Series 2 mag für den sinnvoll sein, der ein iPhone 5 besitzt – neuere Uhren mit watchOS 7 sind mit diesem Smartphone nicht mehr kompatibel.

Als Schrittzähler oder um die iPhone-Benachrichtigungen am Handgelenk zu sehen, reicht diese Watch noch. Wer eine Workout-App starten und nebenbei Musik hören möchte, gerät dagegen an die Leistungsgrenze: Der nicht mehr zeitgemäße Prozessor S2 reicht nur für einfache Aufgaben.

Zumindest schlägt sich das Modell deutlich besser als die erste Apple Watch (Series 0) und die Series 1, von denen wir mittlerweile abraten. Neben dem besseren Prozessor bietet die Series 2 Wasserschutz, eingebautes GPS und ein helleres Display.

Die Series 2 findet man im Internet als Gebrauchtgerät ab 50 Euro auf den einschlägigen Plattformen. Man sollte sich auf ein träges System und eine kurze Akkulaufzeit einstellen. Den Akku kann man tauschen lassen, bei Apple kostet das knapp 100 Euro. Ein Gebrauchtkauf inklusive Batteriewechsel lohnt sich angesichts der Preise aktuellerer Neugeräte nicht.

Das Gehäuse der Series 3 ist dicker, das Display kleiner als das der neueren Uhren. Dafür ist sie sehr günstig.

Kann man auf ein größeres Display und die neuesten Gesundheitssensoren verzichten, bekommt man mit der Series 3 ein solides Gesamtpaket: Der Höhensensor misst bei Wanderungen die Aufstiege, Siri antwortet auch per Sprache, der S3-Chip arbeitet wesentlich schneller als der S2, der Arbeitsspeicher wuchs von 512 auf 768 MByte.

Mit watchOS 7 erhält die Uhr neue Funktionen wie die Schlafaufzeichnung. Doch man sollte wissen: Viele Merkmale wie Lautsprecher und Flash-Speicher hat Apple erst in den folgenden Generationen verbessert. Größtes Manko der Series 3 ist das Gehäuse der ersten Generationen. Die Displayfläche ist mit 272×340 Pixeln (38 mm) beziehungsweise 312 × 390 Pixeln (42 mm) kleiner als die der aktuellen Modelle.

Obwohl die Uhr 2017 auf dem Markt kam, verkauft Apple die Aluminium-Version noch immer – zum reduzierten Preis ab 213 Euro. Gebraucht zahlt man sogar nur die Hälfte. Die Ausführung mit Mobilfunk (LTE) gibt es als Neugerät beim Hersteller nicht mehr, aber noch als Restposten bei manchem Händler. Wer den Kauf der Series 3 in Betracht zieht, sollte dennoch einen Blick auf die Apple Watch SE werfen (siehe unten), die Apple deutlich länger mit Software-Updates versorgen dürfte.