Klebrige Analogsticks am PS3-Controller

Die Sticks meines PS3-Controllers sind sehr klebrig worden. Woran liegt das und ist es vielleicht sogar schädlich?

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Von
  • Arne Grävemeyer

Die Analogsticks meines länger nicht genutzten PS3-Controllers sind extrem klebrig. Abwischen mit Spülmittel bringt nichts. Es soll am Entweichen des Weichmachers aus dem Kunststoff liegen. Ist es nicht gesundheitsschädlich, dass der beim Spielen permanent von der Haut aufgenommen wird?

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Es stimmt zwar, dass viele Kunststoffobjekte permanent Weichmacher abgeben und dieser bei Gebrauch auch über die Haut aufgenommen wird. Das Klebrige an Ihren Playstation-Controllern ist allerdings kein überschüssiger Weichmacher an der Oberfläche, sondern der alternde Kunststoff selbst. Die Alterung und Degenerierung von Kunststoffen und insbesondere thermoplastischen Elastomeren oder Softtouch-Oberflächen ist ein bekanntes Phänomen. Beschleunigend wirken Sauerstoff, UV-Strahlung und nicht zu unterschätzen der aggressive Handschweiß.

Es gibt zahlreiche Kunststoffpflegemittel, leider aber noch mehr verschiedene Kunststofftypen und -mischungen, sodass die Wahl des richtigen Mittels Glückssache ist. Die Kunststoff-Restauratorin Professor Dr. Friederike Waentig von der TH Köln hat dazu einmal geraten, die betroffenen klebrigen Oberflächen vorsichtig mit Seifenlauge abzureiben, aber nur "nebelfeucht". Das sei oft das beste Mittel. Eine dauerhafte Lösung gegen die altersbedingte Degeneration gebe es aber nicht.

Bessere Antioxidantien in der Produktion können das Problem lindern und werden teilweise für hochwertige Gegenstände genutzt. Bislang haben die Hersteller dieses Qualitätsmerkmal aber nicht für ihr Marketing entdeckt. Der Käufer weiß daher zumeist nicht, welches Plastikteil lange geschmeidig bleibt und welches wahrscheinlich schon früh klebrig wird oder zerbröselt.

Weichmacher kommen seit den 80er-Jahren deutlich weniger zum Einsatz als zuvor, hat uns Professor Christian Bonten vom Institut für Kunststofftechnik an der Uni Stuttgart erklärt. Das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz von 1997 schränkt den Missbrauch dieser Chemikalien heute deutlich ein. Die Verbraucherzentrale warnt allerdings vor Weichmachern vor allem in PVC. Leider ist zudem auch heute nicht auszuschließen, dass weiches Kinderspielzeug und Elektronikgeräte – vor allem Importware – viel Weichmacher enthalten und ausscheiden. Wertvoll sind Herstellerangaben wie "PVC-frei" und "phthalatfrei".

(agr)