Kriterien zur Auswahl der passenden Programmiersprache

Programmiersprachen sind das wichtigste Werkzeug der Softwareentwicklung. Jede Sprache eignet sich nur für bestimmte Einsatzzwecke, am besten man kann mehrere.

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Ein historischer Blick auf die Entwicklung von Programmiersprachen verhilft zu einer besseren Perspektive auf die heutige Sprachlandschaft. Die ersten Programmiersprachen waren gar keine, sondern zwangen Programmierer dazu, nah an der Maschine zu codieren. Stichwort Maschinensprache. Das erwies sich als fehlerträchtig und mühsam, erforderte viel Spezialisierung und machte eine Portierung auf andere Hardware so gut wie unmöglich. Das Lambdakalkül (Church, Kleene) sowie Zuses Plankalkül markieren die ersten Versuche, höhere Abstraktionsebenen einzuführen.

Die weitere Evolution von Programmiersprachen war letztendlich von dem Wunsch getrieben, immer höhere Abstraktionsebenen einzuführen, um Entwickler näher an die Problemdomäne und weiter weg von den Niederungen der Maschine zu bringen. Seit den 1960er-Jahren kamen zunehmend Konzepte hinzu, um die Entwicklung großer Softwaresysteme zu fördern. Durch immer leistungsfähigere Computersysteme ließen sich auch stärkere Programmierumgebungen realisieren, um das Programmieren von einer Kunst weniger zu einem Handwerk für viele zu transformieren. Zudem hat die Durchdringung aller Lebensbereiche und Domänen mit Software zu einer Inflation allgemeiner und spezialisierter Programmiersprachen geführt. Es fällt zunehmend schwerer, einen Überblick zu behalten und für eine Problemstellung die geeignete Sprache auszuwählen.

Mittlerweile lesen sich Aufreihungen von Programmiersprachen schon fast wie ein Adressbuch. Beispielsweise gibt es in Wikipedia eine große Vergleichsliste bekannter Sprachen, deren Unterscheidung anhand der unterstützten Paradigmen erfolgt. Solche Verzeichnisse erlauben einen tiefergehenden Einblick in die Vielzahl existierender Programmiersprachen, ermöglichen aber keine gezielte Auswahl. Ihre Beliebtheit ist die naheliegendste Art, verschiedene Programmiersprachen zu vergleichen und einzuordnen. Vergleichsindizes wie TIOBE oder RedMonk stellen eine Reihenfolge der beliebtesten Programmiersprachen dar. Als Basis dient dabei die Zahl der Erwähnungen auf Webseiten wie Stack Overflow. Im Mai 2020 lautete zum Beispiel die Reihenfolge im TIOBE-Index wie in der Abbildung gezeigt.

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