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Linux: Komplexe Audio-Setups mit PulseAudio konfigurieren

| Mirko Dölle

Mit PulseAudio können Sie externe Mischpulte einbinden, das Mikrofon auf nur ein Ohr legen oder komplexe Signalwege einstellen, zum Beispiel für Livestreams.

Der Sound-Server PulseAudio gehört zu den Komponenten eines Linux-Desktops, die man im Alltag kaum zu Gesicht bekommt: Er sorgt im Hintergrund dafür, dass der Ton automatisch auf den gerade eingestöpselten Kopfhörer umgelenkt oder das Mikrofon eines Headsets anstelle des eingebauten Notebook-Mikrofons verwendet wird. Selbst wenn Sie von Hand auf eine andere Audioquelle umschalten, benutzen die meisten Anwender nur die in den Gnome-Einstellungen integrierten rudimentären Konfigurationsmöglichkeiten. Die vielfältigen Funktionen von PulseAudio lernt man erst kennen, wenn etwa das Mikrofon nur auf einem Ohr zu hören sein sollte oder man den Ton über mehrere Lautsprecher oder Kopfhörer und Lautsprecher gleichzeitig ausgeben möchte.

Die Advanced Linux Sound Architecture, kurz Alsa, ist die Basis für PulseAudio. Alsa ist für die Hardware-Unterstützung zuständig, verfügt aber auch selbst über einen rudimentären Sound-Server, mit dem man unter anderem die Ausgabe vom Kopfhörer auf die Lautsprecher des Bildschirms umschalten kann. PulseAudio ist weitaus leistungsfähiger und ersetzt deshalb bei den meisten Linux-Distributionen den Alsa-Sound-Server.

Einen Sound-Server kann man sich als virtuelles Mischpult vorstellen: Er sorgt dafür, dass die Signale der verschiedenen Eingänge an die gewünschten Ausgänge geleitet werden. PulseAudio besitzt darüber hinaus verschiedene Erweiterungsmodule, womit Sie zum Beispiel den Ton duplizieren, etwa um Kopfhörer und Lautsprecher parallel zu betreiben, oder virtuelle Eingabegeräte schaffen, die nur einen Mikrofonkanal eines Stereomikrofons oder USB-Mischpults enthalten. Wiederum andere Module sorgen dafür, dass der Ton beispielsweise automatisch auf dem Kopfhörer landet, den Sie gerade eingesteckt haben.


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