Mikro-FPV-Quadcopter aus dem 3D-Drucker

Dieser winzige FPV-Racer ist schnell, ungefährlich und macht Spaß

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Von
  • Adam Kemp
Inhaltsverzeichnis

Vieles hat sich verändert, seit ich als Kind meine ersten ferngesteuerten Modelle gebaut habe. Angefangen habe ich mit einem kleinen Holzboot-Bausatz, angetrieben von einem Cox-049-Motor, gesteuert von einem einzelnen Servo, und ferngelenkt über einen miesen amplitudenmodulierten Sender. Die Reichweite war sehr begrenzt, und das Boot war langsam – aber Mann, war ich begeistert.

Zeitsprung in die Gegenwart – die Veränderungen sind atemberaubend. Mit MEMS-Sensoren, Autopiloten für Trägheitserkennung und Stabilitätsregelung, hocheffizienten Motoren, mehrkanaligen Funk-Sendern und -Empfängern (kaum größer als ein Cent-Stück) können wir heute ferngesteuerte Fahrzeuge konstruieren, von denen wir früher nur geträumt haben.

Der winzige Quadcopter, dessen Bauanleitung ich in der Make-Ausgabe 3/18 zeige, ist weder besonders teuer noch kompliziert, und einige werden darüber lästern, dass gar keine Brushless-Motoren zum Einsatz kommen. Dennoch habe ich damit so viel Flugspaß gehabt wie noch nie. Sobald man diesen Copter einschaltet und die Brille aufsetzt, begibt man sich in das Cockpit einer akrobatischen Flugmaschine. Das Erlebnis fühlt sich an wie Science Fiction, doch die Welt, durch die man fliegt, ist vollkommen echt und fühlt sich an wie in 10-facher Vergrößerung. Also: Besorgt Euch die im folgenden aufgezählten benötigten Teile, eine FlySky-kompatible Fernsteuerung mit 6 oder mehr Kanälen, eine 5,8-GHz-FPV-Brille, und los geht's!

  • Rahmen und Regler-Gehäuse aus dem 3D-Drucker (Modelle zum kostenlosen Download bei Thingiverse)
  • 4 Motoren, 19000KV, 6 mm × 15 mm, je 2× links- und rechtsdrehend (etwa der 4er-Satz von Crazepony via Amazon)
  • 4 Propeller, 31 mm Durchmesser, für 0.8 mm-Achsen, je 2× links- und rechtsdrehend (etwa der 10er-Satz von RJXHobby via Amazon oder 4er-Satz bei Banggood)
  • Kamera, AIO-Typ mit Haube, 5,8 GHz-Sender (etwa von Crazepony via Amazon)
  • LiPo-Akku, 3,7 V, 150 mAh, für E010- oder H36-Copter (etwa von Banggood)
  • 4 Schrauben, M1,2 × 3 mm, selbstschneidend (M1,4 geht auch, aber länger dürfen sie nicht sein)
  • 2 Gummibänder oder Haargummis, ca. 1 cm Durchmesser
  • 6-Kanal-Empfänger, PPM, kompatibel mit der eigenen Fernsteuerung; bei mir ist das ein FSI6-RX (etwa via Amazon oder Banggood)
  • Flugregler, Eachine Tiny F3 Brushed (etwa via Banggood)
  • Kabelbinder, 1/8" (3 mm), ca. 8 kg Tragkraft
  • Stromversorgungsanschluss JST-PH-Stecker
  • Kabel, 0,05 mm2 Querschnitt, isoliert
  • FPV-Brille, 5,8 GHz
  • Funkfernsteuerung, ab 6 Kanäle, bei mir ist das eine FlySky FS-i6-M2 (etwa via Amazon)
  • 3D-Drucker – Man kann sich die Teile auf dem eigenen FDM-3D-Drucker selbst drucken oder sie bei einem Dienstleister in Auftrag geben. Oder man sucht ein FabLab oder MakerSpace in der Nähe und druckt dort selbst – das ist in der Regel billiger als beim Dienstleister.
  • Lötkolben (einstellbare Temperatur empfohlen)
  • Lötzinn mit Flussmittelseele
  • Kleine Blechschere oder Seitenschneider
  • Abisolierzange (idealerweise passend für 0,05 mm2 Querschnitt)
  • Schraubenzieher, Kreuzschlitz, Größe 1
  • Cutter oder Teppichmesser
  • doppelseitiges Klebeband oder doppelseitig klebende Schaumstoff-Rechtecke

Die Bauanleitung steht in der Make-Ausgabe 3/18.

Cleanflight ist eine freie Open-Source-Flugreglersoftware für Multi-Rotor- und Starrflügelflugzeuge. Wir richten sie in der folgenden Bilderstrecke für den winzigen Quadcopter ein.

Mini-FPV-Copter – Flugsoftware konfigurieren (11 Bilder)

Mit Google Chrome den Chrome Web Store aufrufen und den Cleanflight Configurator installieren. Zum Zeitpunkt, als dieser Artikel geschrieben wurde, war die Version 2.1.0 aktuell.

Hinterlasst mir gerne eine (englische) Nachricht auf Twitter, falls Ihr dieses Projekt nachbaut. Ich gebe gerne ein paar Tuning-Tipps, damit der Copter ordentlich fliegt.

Auf unserem KempBros-Blog posten wir Updates zu diesem Projekt und anderen aufregenden Abenteuern aus dem FPV-Universum. Außerdem gibt es eine riesige Gemeinschaft von Leuten, die winzige Quadcopter fliegen, also lohnt es sich, mal beim örtlichen Modellflieger-Club vorbeizuschauen oder sich auf Websites wie RCGroups und Reddit umzusehen. Dort findet man nicht nur Rat, sondern auch Leute zum gemeinsamen Fliegen.

Wie üblich gilt es, die örtlichen Bestimmungen einzuhalten, was FPV-Fliegen betrifft. Viel Spaß und fröhliches Modellbauen!

  • Den vollständigen Artikel gibt es in der Make-Ausgabe 3/18 zu lesen.

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