Milchstraßenfotos: Besser planen und richtig faken

Mit Apps und Luminar 4: Milchstraßenfotos gelingen vom Sofa aus. Statt für ungeschickte Fakes kann man dieses Potenzial für authentische Bilder nutzen.

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Dieses Bild ist per Definition ein Composing. Vordergrund und Hintergrund habe ich separat aufgenommen. Ein Fake ist die Szene aber nicht, sondern stellt ein absolut realistisches Szenario dar, denn beide Aufnahmen habe ich direkt hintereinander am gleichen Standort aufgenommen. Wenn schon schummeln, dann richtig. Canon 6D (astromodifiziert) | 24 mm; Vordergrund: ISO 3200 | f/2.0 | 133 s; Hintergrund: ISO 6400 | f/2.0 | 12 s (Stacking aus 26 Einzelbildern)

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In den sozialen Netzwerken kommen Astro-Fotos gut an und heimsen entsprechend viele Likes ein. Da ist die Versuchung groß, sich selbst daran zu probieren – und dafür muss man heutzutage noch nicht einmal selbst eine Milchstraße fotografieren. Solche Bilder gelingen so bequem wie nie vom Sofa aus.

Dieser Versuchung geben immer mehr Menschen nach. Einen wesentlichen Anteil daran hat die Software Luminar 4 der Firma Skylum. Ihr Aushänge-Feature ist die sogenannte AI Sky Replacement-Funktion. Mithilfe von künstlicher Intelligenz (engl. Artificial Intelligence, AI) tauscht sie Himmelshintergründe geschickt und täuschend echt aus. Mittlerweile bietet Luminar bereits fertige Nachthimmel an, die man per Knopfdruck in seine eigenen Bilder einfügen kann. Es handelt sich dabei um vier Milchstraßen-Aufnahmen – je zwei von der Nordhalbkugel und zwei von der Südhalbkugel.

Auch dieses Bild der Milchstraße hinter einer kleinen Kapelle am Passo di Giau in den Dolomiten sieht verdächtig nach einer Fotomontage aus. Tatsächlich ist jedoch auch dieses Foto kurz nach Beginn der Morgendämmerung bei aufgehendem Mond exakt so aufgenommen worden. Lediglich die Stacking-Technik kam hier zum Einsatz, um das Rauschen zu reduzieren.
Canon 6D (astromodifiziert) |24 mm | ISO 6400 | f/2.0 | 12 s (Stacking aus 20 Einzelbildern)

Und so sieht man bei Facebook oder Instagram in diesen Tagen des Öfteren Fotos der Alpen mit der Milchstraße der Südhalbkugel dahinter. Die Flut an Astro-Fantasie-Composings dürfte im Laufe des Jahres noch zunehmen, immerhin hat die Milchstraßensaison im Frühjahr gerade wieder begonnen.

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