Mobile Version des DIY-Fledermaus-Scanners

Mit der tragbaren Variante des in Make 6/20 vorgestellten Fledermausscanners kann man auch unterwegs im Wald oder in der Nähe von Höhlen die Tiere aufspüren.

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(Bild: Bild: Rudmer Zwerver / Shutterstock.com)

Von
  • Ralf Stoffels

Die in der Make-Ausgabe 6/20 ab Seite 72 beschriebene stationäre Variante des Fledermausscanners horcht das gesamte Frequenzband von wenigen Hertz bis 125kHz mit einem breitbandigen MEMS-Mikrofon ab, verstärkt die Signale und digitalisiert sie mit einem Mikrocontroller-Board Feather M0+. Per FFT entsteht daraus ein Frequenzspektrum der Fledermauslaute, das per USB auf einen Laptop zur grafischen Darstellung übertragen wird.

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Durch einen Artikel in der lokalen Presse, unseren stationären Scanner und den Artikel in der Make wurde der Umweltbeauftragte unserer Stadt auf das Projekt aufmerksam. Er ist sehr interessiert am Vorkommen der verschiedenen Fledermausarten im Stadtgebiet, besonders in Bezug auf die Umsiedlung von Fledermäusen im Rahmen der Reaktivierung der Herrmann-Hesse-Bahn zwischen Weil der Stadt und Calw. Einen Laptop-Computer herumzuschleppen, erschien mir für diesen Zweck aber zu umständlich. Die Handheld-Version musste her.

(Bild: Ralf Stoffels)

Um eine ausreichende Auflösung der Frequenz zu erhalten, habe ich mich für ein 3,5“-Display mit 480 × 320 Pixeln entschieden, das preisgünstig als Arduino-Shield im Versandhandel erhältlich ist. Leider ist es mir nicht gelungen, die Arduino-Firmware des Displays auf dem FeatherM0+-Board ans Laufen zu bekommen. Daher entschied ich mich, die Schaltung aus Make 6/20 unverändert zu übernehmen und einfach nur den Arduino Uno und das LCD als Anzeige zu verwenden. Die Daten werden dabei vom Feather-Board per serieller Schnittstelle an den Arduino übertragen.

Ein passendes Gehäuse fand sich auch im Elektronikversandhandel. Natürlich könnte man hier auch zum 3D-Drucker greifen.

(Bild: Ralf Stoffels)

Bei etwa 80mA Stromaufnahme des ganzen Aufbaus eignet sich eine 9V-Blockbatterie als Versorgung. Die ist am Arduino Uno angeschlossen, der den Rest der Schaltung mit 5V versorgt.

Auf meiner Homepage ist der Aufbau noch etwas detaillierter beschrieben. Dort findet sich auch die Software für die PC-Version und den mobilen Fledermausscanner zum Download.

Die Bedienung des fertigen Scanners ist einfach: Sie reduziert sich darauf, den Einschalter zu betätigen und auf Fledermäuse zu warten. Alle empfangenen Signale werden aufaddiert. Möchte man das Display zurücksetzen, so schaltet man kurz aus und wieder ein.

(Bild: Ralf Stoffels)

Nach einem sehr kalten Frühjahr sind die Fledermäuse jetzt endlich wieder – etwas verspätet – unterwegs. Häufig trifft man bei uns die Zwergfledermaus an, die Ortungssignale von etwa 46kHz aussendet (im Foto vom Display als Peak zu erkennen). Viel Spaß beim Nachbau und beim Aufspüren der Fledermäuse! (pek)