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Nachtfotografie: Techniken für schärfere Bilder

Lichtstarke Objektive und ein mächtiger Autofokus liefern auch bei schlechtem Licht starke Bilder. Doch nur mit Technikverständnis werden sie auch extra scharf.

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Beim Umgang mit lichtstarken Objektiven und geringer Schärfentiefe ist der perfekte Fokus auf dem Motiv besonders wichtig. Zwar unterstützen moderne Kameras Fotografen mit leistungsfähigen Autofokus-Systemen, aber ohne das Verständnis der Technik und ohne Übung kommt man nicht aus.

Kameras mit Phasen-Autofokus funktionieren ähnlich wie die klassischen Messsucherkameras. Zum Fokus-Check werden die Strahlengänge zweier vom Motiv ausgehender Randstrahlen auf einem optischen Zeilensensor verglichen. Dieser misst und korreliert die zwei entstehenden Intensitätsverläufe und meldet dann den Abstand der Signale zurück. So kann die Kamera das Objektiv schnell und ohne weitere Regelung (ohne "Pumpen") an die Sollposition fahren. Das Problem ist hierbei, dass Bildsensor und Fokussensor nicht wie beim kontrastbasierten System identisch sind, sondern sich an unterschiedlichen Positionen befinden. Eine Fehljustierung resultiert somit in einem Front- oder Back-Focus-Fehler, den das phasenbasierte AF-System im Gegensatz zum kontrastbasierten System nicht ausregeln kann, da es ihn schlicht nicht sieht. Entsprechend sollte man gerade beim offenblendigen Einsatz lichtstarker Objektive das Phasen-AF-System von Zeit zu Zeit überprüfen. Hierzu sind Testtafeln wie der Spyder Lenscal oder die Tafel nach Walter E. Schön erhältlich.

Das altbekannte "Focus and Recomposing" funktioniert grundsätzlich gut und gelingt gerade in Verbindung mit der Back-Button-Focus-Technik auch besonders bequem. Bei kurzen Brennweiten und bei Offenblende wird aber der entstehende Fehler so groß, dass die Fotos unscharf werden. Für ein gutmütiges Telezoom 70–200 auf 200 Millimeter und auf Blende f/4.0 taugt das Verfahren, aber mit einem zickigen 50-Millimeter-Objektiv, auf Blende f/1.4 oder f/1.8, sollte man stets einen passenden AF-Sensor auswählen.

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