Naturfotografie in den Rheinauen: Motivschätze des deutschen Urwalds entdecken

Zwischen Baden-Württemberg und Frankreich liegt eines der wichtigsten Naturschutzgebiete Europas: die Rheinauen. Sie bieten zu jeder Jahreszeit geniale Motive.

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Von
  • Arno Helfer
Inhaltsverzeichnis

Für Naturfotografen wie mich, die ihre freie Zeit gerne draußen verbringen, bieten die Feuchtgebiete der rheinischen Auenwälder einen wahren Schatz an Motiven. Manche bekommen Fotografen nur selten vor die Kamera, denn viele geschützte Tiere und Pflanzen findet man nur noch in wenigen Regionen Deutschlands. Einige der wertvollen, artenreichen Naturräume gehören seit 2001 zum Natura-2000-Netz der europäischen Schutzgebiete. Die grenzüberschreitende Region Oberrhein / Rhin supérieur trägt außerdem das Prädikat "Ramsar-Gebiet". Diese UNESCO-Konvention zeichnet Feuchtgebiete von weltweiter Bedeutung aus. Dazu zählen unter anderem das Wattenmeer, die Everglades oder das berühmte Okavango Delta. Heute findet man die Auen nur noch in begrenzten Rheinabschnitten.

Eine besondere Perspektive auf diese Feuchtgebiete erhalten Sie auch vom Wasser aus. Diese Aufnahme ist vom gegenüberliegenden Ufer mithilfe eines Stativs fotografiert.
Canon EOS 5D MK III und EF 16-35 mm 4,0L IS USM | 24 mm (Kleinbild) | ISO 100 | f/11 | 30 s
c't Fotografie: Fototouren

Ab 1817 wurde der Rhein nach und nach begradigt und dadurch von seinen Auen abgetrennt. Die ursprünglichen Auen, die von der Dynamik zwischen Niedrig- und Hochwasser leben, veränderten ihren Charakter oder verschwanden ganz. Von Basel bis Iffezheim bei Rheinkilometer 334 regulieren große Staustufen den Fluss. Ab Ludwigshafen hat die Industrie weite Uferteile fest im Griff, auch hier gibt es keinen Auwald mehr. Doch zwischen Taubergießen und der Rheininsel Ketsch südlich von Mannheim / Ludwigshafen kann der Rhein über die Ufer treten und seine Auen regelmäßig überschwemmen. In dieses wilde Paradies möchte ich Sie auf den nächsten Seiten mitnehmen.

Naturräume wie die Rheinauen sind wichtig für den Artenschutz. "In kaum einem anderen Ökosystem sind so viele und leider auch bedrohte und gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu beobachten wie hier", erklärt das Regierungspräsidium in Karlsruhe. Für mich sind die Rheinauen ein letztes Stück Wildnis in unserem dicht bebauten und besiedelten Bundesland Baden-Württemberg. Immer mehr Gebiete werden erschlossen, planiert oder durch Monokulturen landwirtschaftlich genutzt. Immer mehr Wildnis verschwindet. Ich wünsche mir sehr, dass meine Bilder dazu beitragen können, die Schönheit und Wildnis der Rheinauen zu bewahren. Ein paar meiner Spots möchte ich hiermit mit Ihnen teilen.

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