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Nebel fotografieren: So erschaffen Sie atmosphärische Bilder 1 Kommentare

Nebel fotografieren: So erschaffen Sie atmosphärische Bilder

Hochnebel mit Welle im Jura: Hochnebel ist so stabil, dass dieser sogar Wellen am Gebirge bilden kann, ohne sich aufzulösen. 50 mm | ISO 320 | f/4.0 | 3 s

Ob feiner Nebelschleier oder dicker Hochnebel: Wie Sie sich auf ein Nebel-Shooting vorbereiten und wie Sie beim Fotografieren vorgehen, verrät Bastian Werner.

Die Fotografie von Nebel ist nicht kompliziert, es gelten die üblichen Regeln der Landschaftsfotografie. ISO 100 für die beste Qualität, die Blendenzahl bestimmt die Tiefenschärfe und die Belichtungszeit bestimmt, wie die Belichtung der Aufnahme ausfällt. Beachten Sie jedoch, dass bei langen Belichtungszeiten die Konturen bei Hochnebel verwischen. Dieser ist meist sehr dynamisch und die Bewegung lässt den Nebel verschwimmen.

Bei der Fotografie von Nebelschleiern sind Sie immer an weite, offene Flächen oder Tallagen gebunden, die entsprechend genügend Feuchtigkeit bereitstellen. Überlegen Sie sich, welche Gebiete in Ihrer Umgebung in Frage kommen. Gerade die Flussauen bieten immer viele Tage mit Nebelschleiern. Die Motive müssen Sie sich direkt im Nebel suchen, das heißt freistehende Bäume, eine schöne Blumenwiese, eine alte Scheune oder ein Wasserschloss. Von einem erhöhten Standort sieht man die Nebelschleier kaum, denn Sie schauen ja nur durch eine meterdicke Schicht direkt zum Boden.

Nebelschleier in der Mehlinger Heide: Auf lokalen Feuchtwiesen und in Gewässernähe bilden sich in Senken feine Nebelschleier nach einer sternenklaren Nacht. 35 mm | ISO 100 | f/4.0 | 1/4 s

Der dichte Bodennebel lädt im nebelversunkenen Tal zur minimalistischen Fotografie ein. Ohne Farben wird die Landschaft auf ihre Konturen reduziert. Suchen Sie sich einen erhöhten Standort aus, von welchem Sie auf den Nebel herunterfotografieren können. Da der Nebel zwar dicht, aber auch nicht zu hoch ist, können zum Beispiel Burgen, die erhöht am Rande eines Tals am Hang gebaut sind, über dem Nebel herausschauen. Es lohnt sich, an der Obergrenze des Nebels auf Motivsuche zu gehen. Am besten eignet sich hierzu eine hügelige Landschaft. Immer wieder wird das Nebelfeld durchbrochen. Was sich auf den Hügeln als Motiv befindet, bleibt Ihnen überlassen.


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