Osterdeko mit dem 3D-Drucker

Was braucht man um Osterdekoration aus dem 3D-Drucker herzustellen? Modelle von Seiten wie Thingiverse und Cults3D und viel Filament zum Experimentieren.

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Polygon-Osterei und Polygon-Osterhase aus dem 3D-Drucker

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Traditionell bläst man ja erst rohe Hühnereier aus um sie dann zu bemalen und an einen Strauß zu hängen. Das ist eine ziemlich fitzelige Arbeit, man muss dann auch viel Rührei essen und leicht kaputt gehen die so bemalten Eier auch noch. Was läge also näher, statt auf Eier aus dem Huhn, auf Eier aus dem 3D-Drucker zu setzen?

Wir können so nicht nur die Farbe selbst bestimmen, sondern auch die Form. Eine ganze Sammlung sehr schöner Eier hat Antonin Nosek mit zwei Einträgen bei Thingiverse vorgelegt und zwar mit "Easter Eggs" und "Easter egg (vol 2.)". Er hat seine Kreationen auch schön dokumentiert und ich habe sie in verschiedenen Größen und mit unterschiedlichen Filamenten gedruckt. Die Druckzeit ist abhängig von Größe und Anzahl der Eier.

Die Modelle Waver, Kraken, Wavy_simple und Wavy_complex aus den beiden Sammlungen von Antonin Nosek auf Thingiverse.

Ganz viele dieser Eier lassen sich einfach drucken, auch ohne Stützen beziehungsweise Supports. Besondere Einstellungen brauchen aber die Eier im "Voronoi" Stil. Georgi Feodosjewitsch Woronoi, auch "Voronoj" geschrieben, war ein russisch-ukrainischer Mathematiker, der sich mit den Abständen von Punkten zueinander befasst hat. Er erfand die "Voronoi-Regionen". Sie bezeichnen die Grenzlinien er nächstgelegenen Punkte von zwei oder mehr Zentren und diese Grenzen der Regionen bilden dann ein Voronoi-Diagramm.

3D-gedruckte Ostereier mit entsprechendem Osterhasen: Im Vordergrund ein Voronoi-Ei.

Das hört sich ziemlich abstrakt an, wird aber an einem kleinen Beispiel deutlich: Man stelle sich vor, das etwa Bayern in neue Landkreise eingeteilt werden soll. Die Kreisstädte mit Sitz der Kreisverwaltung stehen bereits fest, wie kommt man jetzt zu einer Landkreisgrenze? Ganz einfach, würde Herr Woronoi sagen. Wir machen einfach eine Linie, die jeweils gleich weit von beiden Kreisstädten entfernt ist. So ist es auf unserer Seite der Linie immer kürzer zu unserer Kreisverwaltung, auf der anderen Seite ist der Weg zur Kreisverwaltung des nächsten Kreises kürzer.

In der Natur bilden sich an vielen Stellen Voronoi-Diagramm ähnliche Strukturen, etwa in Zellen oder in der Meteorologie. Praktische Anwendungen sind etwa Karten auf denen eine Linie den nächstgelegenen Flughafen zeigt, etwa für eine Notlandung oder das Einzugsgebiet zur nächstgelegenen Schule.

Nun gibt es ganz viele Modelle die auch aus einer Art Voronoi-Diagramm bestehen und sehr eindrucksvoll aussehen, diese sind aber nicht immer leicht zu drucken. Deshalb schlägt Antonin Nosek für seine Modelle einige Änderungen in den Standardeinstellungen vor. Man soll das Zurückziehen des Filaments im Prusa Slic3r auf 1,2 mm erhöhen und den Z Lift abschalten, indem man diesen auf 0 setzt.

Die oben genannten Einstellungen im Reiter "Printer Settings" im Prusa Slicer.

Außerdem soll man den "Travel Speed" im Reiter "Print Settings" auf 200 mm hochsetzen.

Mit den genannten Einstellungen, habe ich das Voronoi-Ei in voller Größe gedruckt, bei "0.20 mm Quality" dauerte der Druck etwas unter 3 Stunden und belohnte mich mit einem eindrucksvollen Modell. Im Vergleich zu einem massiven Druck, nutzt man auch weniger Filament.

Das Voronoi-Ei aus der Sammlung von Antonin Nosek.

Das andere große geometrische Phänomen, das der 3D-Druck populär macht ist die "Polygon Welle". Auch dafür findet man in der Eier Sammlung von Antonin Nosek ein passendes Modell. Ich habe es in ca. 2,5 Stunden mit dem Filament Blue Pearl von der Firma "Das Filament" gedruckt. Je nach Lichteinfall schimmern die unterschiedlich schrägen Flächen anders. Glimmer Filamente und Low Poly wirken gemeinsam gut.

Das Polygon-Ei gedruckt in blauem Glimmer-Filament.

Passend zum Low Poly Ei, gibt es auch den "Low Poly Easter Bunny" von JoeLajoe. Und zwar sogar einmal mit dem Kopf nach rechts und einmal mit dem Kopf nach links! Den Kopf nach rechts habe ich in Prusament orange 0.20 mm 15% Infill in unter 4 Stunden ausgedruckt. Den mit dem Kopf nach links habe ich etwas verkleinert (80%) damit es ein schönes Paar ergibt, er druckte in ca. zweieinhalb Stunden mit Rand (Brim) und 15% Infill im Prusament Mystic Brown.

Die Osterhasen von Jolajoe in der klassischen siebziger Jahre Farbkombination Orange und Braun.

Der zu heiß gedruckte und damit schön glänzende braune Hase.

Prusa beschreibt auf seiner Website, wie man durch unterschiedliche Temperaturen, das Aussehen des Filaments verändern kann. Daher habe ich diesen Hasen mit 230°C statt der normalen 200 °C gedruckt. Durch größere Düsendurchmesser könnte man polychormatische Streifen erzeugen, die über das Modell laufen. Das wirkt besonders bei bestimmter Lichteinstrahlung sehr edel.

Die nicht ganz so klassischen Osterhasen aus der Sammlung von Makkuro.

Der Künstler hinter diesen Designs empfiehlt, die Hasen zu bemalen. Beispiele davon gibt es auf Thingiverse zu sehen.

Wer eine kleine Armee an jeweils unterschiedlichen Hasen drucken will, für den empfehle ich die "Easter bunnies" von Makkuro, der immer wieder mit faszinierenden Designs aufwartet, die sich auf die eigenen Bedürfnisse online anpassen lassen.

Die Druckzeit und der Filamentverbrauch sind je nach Anzahl und gewählter Größe unterschiedlich. Da die Modelle auf thingiverse über den dortigen Customizer auch zufällig produziert werden können, sieht jedes anders aus. Es empfiehlt sich jedoch auch jeden Hasen im Slicer anzuschauen und über einen Rechtsklick bei "Editing", die "Split to parts" Funktion zu nutzen um gegebenenfalls hässliche Hasen individuell löschen zu können.

Thingiverse Slicer: Einstellungen für "Split to Parts" (4 Bilder)

Auf den Dateinamen rechtsklicken und

(esk)