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Raspberry Pi 3 vom Server booten

Eines der fehlerträchtigsten Teile beim Raspi ist die Speicherkarte. Wir erklären, wie er das Betriebssystem ganz ohne Karte von einem Netzwerkserver lädt.

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Lehrer, aber nicht nur die, werden sicher Sätze kennen wie "Bei meinem Raspberry fehlt die Speicherkarte!", "Bei meinem sieht das Programm aber anders aus!", "Warum funktioniert das nicht?" oder "Hier kommt die Meldung, dass das Programm nicht vorhanden ist!". Das kann Lehrkörper oder Gruppenleiter zur Verzweiflung bringen, denn die Beseitigung solcher Probleme verschlingt einen großen Teil der für die eigentliche Veranstaltung zur Verfügung stehenden Zeit.

Dabei ist die Lösung einfach: Wenn alle Raspberrys sich ihr Betriebssystem statt von einer Speicherkarte von einem Server im Netzwerk holen würden, wären auch alle auf demselben Versionsstand und hätten die gleiche Software-Ausstattung. Und verschwundene Speicherkarten verlören ein für alle Mal ihren Schrecken, denn sie würden gar nicht mehr benötigt. Der Unterricht oder der Workshop könnte sofort beginnen.

Die Voraussetzungen dafür sind einfach und in den meisten Fällen ohnehin erfüllt: Die Raspberrys müssen 3er-Modelle sein und per Kabel mit dem Netzwerk verbunden sein. Eine Speicherkarte mit installiertem Raspbian braucht man, aber nur noch einmal pro Raspberry. Sie dient nämlich dazu, alle Raspis einmal damit zu starten und auf Netzwerk-Booten umzuschalten. Danach ist sie nicht mehr erforderlich. Die Software PiServer, die wir hier verwenden, läuft unter Linux, aber nur auf Intel-kompatiblen Prozessoren. Daher brauchen wir als wichtigste Zutat einen zumindest während der Veranstaltung ständig laufenden PC als Boot-Server. Da das Budget in vielen Fällen keinen eigenen Computer dafür zulässt, zeigen wir Ihnen, wie Sie einfach einen bereits vorhandenen, der vielleicht im Büro eigentlich für andere Aufgaben zu erledigen hat, dazu benutzen. Auf ihm muss zwar die PC-Version des Raspberry-Betriebssystems laufen, aber das kann man auch in einer virtuellen Maschine als Nebenbeschäftigung laufen lassen, daher lassen sich auch Windows-PCs dafür verwenden. Die Installation ist auch auf einem Linux- oder Mac-Computer möglich. Dazu ist nur die zum jeweiligen Betriebssystem passende Version der Virtualisierungs-Software nötig. In der virtuellen Maschine läuft dann alles gleich ab, unabhängig vom ursprünglichen Betriebssystem. Außerdem stellt die virtuelle Maschine den Raspis auch jeweils eigenen Festplattenplatz zur Verfügung. Daher sind die Speicherkarten auch zur Datenspeicherung nicht mehr erforderlich.

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