SSD im Mac nachrüsten: Vorteile und Vorbereitung auf den Einbau (Teil 1)

Eine SSD bringt gegenüber einer Festplatte oder einem Fusion Drive eine enorme Geschwindigkeitssteigerung. Selbst große SSDs sind längst billig zu haben. Wir zeigen in dieser Artikelserie, wie der Einbau – je nach Mac – genau geht und was Sie dafür brauchen.

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MacBook Pro mit SSD
Von
  • Johannes Schuster
  • Benjamin Kraft
Inhaltsverzeichnis

Aktualisierter Artikel aus Mac & i Heft 2/2016, S. 88.

Mit einer SSD reagiert Ihr Mac auf Befehle erheblich flinker als mit einer Festplatte. Er öffnet Programme und Dokumente rund dreimal so schnell, schreibt Dateien viermal so schnell und bootet in der Hälfte der Zeit. Insgesamt steigt die Systemperformance durch den Einbau einer SSD auf bis zu 365 Prozent: Das merken Sie bei jedem Befehl, bei allem, was Sie am Mac tagtäglich tun.

Hervorstechendstes Merkmal der SSD (Solid-State-Drive, Festspeicherlaufwerk) sind die geringen Zugriffszeiten bei Nutzung verstreut liegender Daten. Anders als eine Festplatte, die den Arm mit den Leseköpfen ständig über rotierende Magnetscheiben bewegen muss, geschieht der Zugriff auf die Festspeicherzellen geräusch- und bewegungslos mit viel geringerer Verzögerung. Ergebnis sind deutlich kürzere Boot- und Ladezeiten sowie ein leiserer Rechner.

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SSDs haben keine beweglichen Teile, weshalb sie unempfindlich gegen Stöße sind und nicht vibrieren. Sie produzieren aber auch Abwärme und müssen deshalb wie Festplatten an kühlende Luft kommen. Eine SSD braucht im Schnitt beim Zugriff nicht weniger Strom als eine 2,5-Zoll-Festplatte. Da sie mit ihrer Arbeit aber 2 bis 20 Mal so schnell fertig ist, reduziert sich die Leistungsaufnahme und Wärmeproduktion bei der täglichen Arbeit trotzdem deutlich.

Beim Schreiben werden die Daten vom SSD-Controller auf verschiedene Chips verteilt, wobei sich die höchste Geschwindigkeit bei Ausnutzung aller Speicherkanäle (4 bis 8) ergibt. Das entspricht bei heutigen SSDs einer Kapazität von 500 bis 1000 GByte. Kleinere SSDs, insbesondere solche unter 130 GByte mit nur einem Chip, können beim Schreiben deutlich langsamer sein.

Die Systeminformationen unter „SATA“ verraten die Link-Geschwindigkeiten und die Trim-Unterstützung der SSD.

Das ganze System profitiert von einer SSD, weil macOS ständig Teile seines Hauptspeichers auf den Massenspeicher auslagert. Dessen Zugriffs-Performance ist für die Arbeitsgeschwindigkeit sogar wichtiger als ein schnellerer Prozessor für mehrere hundert Euro Aufpreis – nur, dass Sie den nicht einfach auswechseln können. Der Einbau einer SSD hingegen ist für geschickte Hände kein Problem und durch den rasanten Preisverfall in den letzten Monaten für jeden erschwinglich geworden.

Haben wir in unserem letzten großen Upgrade-Artikel in Mac & i Heft 10 aus dem Juni 2013 noch den Einbau eines Fusion Drives empfohlen, das man per Terminal-Befehl aus einer Festplatte und einer SSD zusammenfügt, raten wir nun konsequent zum Einbau einer SSD – sogar, wenn Sie damals auf ein Fusion Drive umgestiegen sind. Es gibt gleich mehrere Vorteile:

  • SSDs sind über die gesamte Kapazität viel schneller, während ein Fusion Drive auf HD-Geschwindigkeit zurückfällt, wenn beim Lesen Daten von der Festplatte geholt werden müssen oder beim Schreiben der Puffer von 4 GByte ausgeschöpft ist.
  • SSDs arbeiten absolut geräuschlos.
  • In den meisten Macs können Sie ein eventuell vorhandenes DVD-Laufwerk belassen, das ansonsten seinen Platz beim Einbau eines Fusion Drives abtreten müsste.
  • Und Sie können auf einer großen SSD noch weitere schnelle Volumes einrichten, etwa als Test-System oder für Windows unter Boot Camp, was mit einem Fusion Drive nur mit Klimmzügen gelingt.

Wir haben uns alle Macs, auf denen man noch Mac OS X 10.11 El Capitan installieren kann, vorgenommen und für jedes Modell – mit Ausnahme des 2015 eingeführten 12-Zoll-MacBooks sowie der 2016er MacBook-Pro-Reihe – einen Weg gefunden, wie man eine Festplatte oder zu kleine SSD gegen eine neue SSD austauschen kann. Sogar die dünnen, verklebten iMacs lassen sich mit dem richtigen Werkzeug öffnen, um die lahmen Festplatten auszuwechseln. Wir zeigen in dieser Artikelreihe genau, wie Sie mit dem System umziehen, – anhand von Fotos erklärt – welche Schritte in welcher Reihenfolge zu erledigen sind und was Sie dafür brauchen.