Scheibenreiniger für den Winter im Test

Zehn Konzentrate zur Scheibenreinigung in der kalten Jahreszeit stellten sich einem Test. Das abschließende Urteil überrascht.

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Zehn Scheibenreiniger für den Winter haben KÜS und Autobild untersucht.

(Bild: KÜS / Sveinn Baldvinsson)

Von
  • Martin Franz

Um einen winterfesten Scheibenreiniger kommt kein Autobesitzer herum, sofern er sein Fahrzeug nicht nur für die warme Jahreszeit nutzt. Das Angebot ist riesig, die Unterschiede sind es auch, wie ein aktueller Scheibenreiniger-Test von KÜS und Autobild zeigt. Das abschließende Urteil, zu dem die Tester kommen, überrascht.

Die wesentlichen Anforderungen an einen guten Scheibenreiniger für die kalte Jahreszeit sind ziemlich einfach zu umreißen: Er soll typischen Winterdreck rasch beseitigen, darf nicht einfrieren, soll Lack und Kunststoff nicht angreifen, umweltverträglich und nicht zu teuer sein. Hauptkriterium ist und bleibt natürlich, wie rasch er die winterliche Melange aus Salz und Straßendreck anlösen kann, um dem Scheibenwischer die Arbeit so einfach wie möglich zu machen. Für einen Test, wie gut das klappt, wird ein definierter Test-Schmutz aufgetragen, der in Fachkreisen als Hydrophobschmutz bezeichnet wird. Das Konzentrat wurde im Mischungsverhältnis 1 zu 1 mit Wasser verdünnt.

Scheibenreiniger für den Winter im Preisvergleich

Dabei zeigen sich erhebliche Unterschiede im Test. Der Sieger von Sonax schaffte es, bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt in vier Wischzyklen mit jeweils fünf Wischhüben, die Scheibe ordentlich zu säubern. Bemerkenswert dabei ist, dass dieses Mittel mit gerade einmal 150 ml je Waschvorgang auskommt. Alle anderen lagen deutlich darüber, was nicht nur die Kosten in die Höhe treibt. Denn für eine gute Reinigungsleistung braucht es Tenside, die aus ökologischer Sicht meist bedenklich sind. Weniger ist hier also eindeutig besser.

Erstaunlich ist das abschließende Urteil in diesem Test. Insgesamt 130 Punkte wurden vergeben, allein 60 für die Reinigungsleistung. Der Testsieger erreichte 50 Punkte, halbwegs mithalten konnte nur das Konzentrat von Aral mit 35 Punkten. Alle weiteren Mittel im Test lagen in diesem Kriterium bei 2 bis 16 Punkten. Warum ein Konzentrat, das in diesem elementaren Punkt nur rund ein Viertel der möglichen Zähler eingesammelt hat, eine Kaufempfehlung bekommt, wissen wir nicht.

Warum die fünf Testverlierer ein "bedingt empfehlenswert" erhalten haben, bleibt angesichts ihrer Leistung im Kriterium "Reinigungsleistung" einigermaßen unverständlich.

(Bild: KÜS)

Verwunderlich erscheint uns auch, dass der Verlierer von Total, der 2 von 60 Punkten bei der Reinigungsleistung abgeräumt hat und dessen Testbewertung mit dem Wort "Totalausfall" beginnt, schlussendlich mit einem "bedingt empfehlenswert" bedacht wird. Gleiches gilt für das Konzentrat von Euro Lub. Richtiger wäre es wohl gewesen, hier ein "nicht zu empfehlen" zu vergeben. Der ADAC ist hier näher an der Praxis: Dort gibt es in Tests eine Abwertung, wenn ein Kandidat in einem Kriterium vollkommen versagt.

Immerhin: Bei Frostschutz und Materialverträglichkeit schwächelt keiner der Testkandidaten auffällig. Dennoch spricht das Testergebnis klar wie selten für den Sieger. Er reinigt nicht nur am besten und sparsamsten, sondern ist schlussendlich pro Wischvorgang auch noch der günstigste Scheibenreiniger in diesem Testfeld.

(mfz)