Schnupfen, Herpes und weitere Krankheiten mit TeleClinic behandeln lassen

Über Apps wie TeleClinic lassen sich inzwischen verschiedenste Krankheiten untersuchen, die zuvor ausschließlich von traditionellen Hausärzten behandelt wurden.

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(Bild: TeleClinic)

Von
  • Marie-Claire Koch

Den Anbieter für Fernbehandlungen, die TeleClinic GmbH, gibt es seit 2015. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben das erste, das 2016 Online-Arztbesuche in Deutschland eingeführt hat – damit Patienten einem überfüllten Wartezimmer entgehen können. Seit 2017 übernehmen bei TeleClinic alle privaten Krankenversicherungen die Kosten für die Fernbehandlung und seit 2020 auch alle gesetzlichen. Seit 2018 bietet das Unternehmen elektronische Privatrezepte an und im Jahr darauf digitale Krankschreibungen. Inzwischen wurde das Unternehmen von Zur Rose "für einen Kaufpreis im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich aufgekauft".

Mit TeleClinic lassen sich unter anderem Erkältungen, Blasenentzündungen und auch Rückenschmerzen behandeln.

(Bild: TeleClinic)

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In dieser Artikelserie stellen wir verschiedene Telemedizin-Dienste vor – vom digitalen Hautcheck über Videosprechstunde bis hin zum Tele-Notarzt:

Wie kann ich die Plattform nutzen?

Um alle Dienste nutzen zu können, sollten Sie sich registrieren und die App im Play Store oder Apple Store herunterladen – dafür ist mindestens Android 8 oder iOS 13 erforderlich. Anschließend müssen Sie angeben, bei welcher Krankenkasse Sie versichert sind. Im Anschluss geben Sie den Grund der Arztkonsultation an und suchen sich einen Termin bei einem Arzt aus. Bei manchen Erkrankungen ist es vor der Behandlung notwendig ein Bild einzuschicken – etwa von seinem Hautausschlag. Anschließend ist es möglich, sich einen freien Termin auszusuchen.

TeleClinic stellt eine "zentrale digitale Patientenakte bereit", mit deren Hilfe Patient und die niedergelassenen Ärzte Daten austauschen und in der Unterlagen aufbewahrt werden können. Patienten können dabei selbst entscheiden, ob die Daten anderen die Plattform nutzenden Ärzten zur Verfügung gestellt werden. Außerdem können dort vom Patienten selbst Daten zu Allergien und ähnlichem hinterlegt werden.

Es ist auch möglich, einen Arzttermin ohne vorherige Registrierung zu erhalten.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Die Kosten für den Online-Arztbesuch werden sowohl für die gesetzlich als auch für die privat Versicherten übernommen. Die Kosten für Medikamente, die durch Privatrezepte ausgestellt wurden, trägt der Patient selbst – außer er oder sie ist privatversichert.

Wo und wie werden die Daten gespeichert?

Mit der Registrierung bei TeleClinic werden E-Mail-Adresse, Vor- und Nachname, Geburtstag, Geschlecht erfasst. Die Angabe von Versichertendaten ist optional. Für die Videosprechstunde setzt TeleClinic eine selbst entwickelte, von der Datenschutz Cert GmbH zertifizierte Videosprechstunde ein. Der Datenverkehr der Videosprechstunde ist Ende-zu-Ende verschlüsselt und wird ausschließlich in Deutschland auf Servern von Hetzner verarbeitet. Der generelle Datenverkehr, abseits der Videosprechstunde, erfolgt nach Informationen aus der Datenschutzerklärung über Cloudflare, wobei der Cloud-Dienst-Anbieter auch Daten wie IP-Adressen, Sicherheitszertifikate, DNS Log-in-Daten und Web Performance Daten erfasst. Daten können auch an die Cloudflare Inc. in den USA übermittelt werden.
Die zur Abrechnung notwendigen Daten bei gesetzlich Versicherten werden nach Angaben des dafür eingesetzten Dienstes von Red Medical verschlüsselt auf Servern in Deutschland gehostet. Bei der Arztbehandlung ohne Registrierung werden nach Angaben von TeleClinic lediglich E-Mail-Adresse, Name und Vorname erfasst.

Wie lange dauert es, bis ich eine Rückmeldung zu meinem Befund erhalte?

Da Sie mit dem Arzt im Rahmen der Behandlung einen Videotermin wahrnehmen, erhalten Sie die Ergebnisse meist direkt. Andere Untersuchungsergebnisse, etwa Laborbefunde bei Proben, die Sie selbst eingeschickt haben, erhalten Sie innerhalb weniger Tage.

Was passiert, wenn ich nicht online behandelt werden kann?

Sofern die Behandlung nicht online möglich ist, werden Sie an einen Facharzt verwiesen. Bei manchen Symptomen – etwa sehr starken Schmerzen – ist es ohnehin so, dass Sie direkt einen persönlichen Kontakt zum Arzt oder zu einem Krankenhaus in Anspruch nehmen sollten.

Wird mir nach der Behandlung ein Rezept oder E-Rezept ausgestellt?

Aktuell werden über die Plattform TeleClinic überwiegend Privatrezepte ausgestellt – die Medikamente müssen Patienten in der Regel selbst zahlen. Privatversicherte können die Kosten für das Medikament bei ihrer jeweiligen Krankenkasse einreichen. Allerdings steigt die Zahl der E-Rezepte, die von den behandelnden Ärzten ausgestellt werden. Im Zuge der Einführung des elektronischen Kassenrezeptes können schon jetzt mehr und mehr in Deutschland niedergelassene Ärztinnen und Ärzte diese über die Plattform von TeleClinic ausstellen.

(mack)