Hochsicherheits-Linux auf USB-Stick: Geschützt surfen und arbeiten mit Tails

Inkognito surfen und fremde PCs nutzen, ohne Spuren zu hinterlassen: Das klappt ganz einfach mit der Linux-Distribution Tails auf einem herkömmlichen USB-Stick.

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(Bild: Shutterstock.com / tails.boum.org (Collage))

Von
  • Olivia von Westernhagen
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Wer zeitweise eine besonders sichere Arbeitsumgebung benötigt, die sensible Dokumente schützt und weitgehend anonymes Surfen ermöglicht, muss sich nicht stundenlang mit manueller Software-Installation befassen. Tatsächlich benötigt man zum Einrichten einer solchen Umgebung gerade einmal eine halbe Stunde Zeit und einen leeren USB-Stick. Von diesem lässt sich das auf Datenschutz und Privatsphäre fokussierte Tails (The Amnesic Incognito Live System) starten – ganz nach Bedarf und unabhängig vom vorhandenen Betriebssystem.

Die vorkonfigurierte Linux-Distribution leitet sämtlichen Datenverkehr über das Tor-Netzwerk, das Verbindungsdaten anonymisiert. Wer den USB-Stick auf Reisen nutzt, braucht Datenspuren auf fremden Festplatten nicht zu fürchten: Als Live-System speichert Tails Daten grundsätzlich im RAM – und damit immer nur bis zum nächsten Reboot. Optional überleben ausgewählte Einstellungen und Dokumente den Neustart in einem speziellen Speicherbereich des Sticks. Der ist verschlüsselt und passwortgeschützt, sodass auch der Verlust des Sticks keine Katastrophe ist. Vorinstallierte, bewährte Programme zum verschlüsselten Mail-, Chat- und Datenaustausch sowie einige Office-Anwendungen machen Tails zum vollwertigen Betriebssystem nicht nur für den Reisekoffer.

In diesem Artikel erklären wir, wie man einen universell einsetzbaren USB-Stick mit Tails erstellt und das Live-System in Betrieb nimmt. Anschließend zeigen wir die ersten Konfigurationsschritte und geben einen kurzen Überblick über vorinstallierte Software.