Seminare online erfolgreich durchführen

Präsenz- und Onlineseminare sind verschieden. Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Damit sie erfolgreich laufen, müssen Trainer und Teilnehmer einiges beachten.

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(Bild: This Is Me/Shutterstock.com)

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Bereits seit 2004 hält der Autor dieses Beitrags Schulungen zu C++ und Python ab – zuletzt bis zu 45 pro Jahr. Nicht erst seit der COVID-19-Pandemie zählen auch Onlineseminare dazu, und es werden mehr und mehr. Auch langfristig dürften sich die Schulungsformen Präsenz- und Onlineseminar gleichberechtigt nebeneinander etablieren. Mit Blick auf virtuelle Schulungen gilt es aber insbesondere im deutschsprachigen Raum noch viele Vorurteile zu überwinden – sowohl auf Seiten potenzieller Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie auch der Trainer. Daher ist es an der Zeit, Online- und Präsenzseminare einander gegenüberzustellen, und speziell die Erfahrungen des Autors mit virtuellen Schulungen in eine Checkliste der individuellen Anforderungen und Erfolgsfaktoren einfließen zu lassen.

Damit ein Onlineseminar ein Erfolg wird, müssen sowohl Trainer als auch Teilnehmer einige technische Anforderungen erfüllen. Für Trainerinnen und Trainer gilt es, folgende Hausaufgaben mit abnehmender Priorität zu erledigen:

Must have: Als Trainer benötigt man einen zweiten Bildschirm. Den ersten Bildschirm verwendet man für die Präsentation und den zweiten für den Umgang mit den Teilnehmern und der Konferenzsoftware. Darüber hinaus sind ein externes Mikrofon oder ein Headset unverzichtbar für eine hohe Tonqualität. Die Qualität des Tons ist keinesfalls zu unterschätzen, denn sie ist entscheidend, wenn die Internetverbindung, die den Ton transportiert, nicht optimal ist – und wenn die Schulung obendrein nicht in der Muttersprache des Trainers oder der Teilnehmer stattfindet. Verzichten Trainer auf eine Webcam und bleiben dadurch für die Teilnehmer unsichtbar, wirkt die Schulung anonym und wird schnell langweilig.

Should have: Ein zusätzlicher Rechner oder ein Tablet helfen dem Trainer, seine Wirkung auf die Teilnehmer zu beobachten. So lässt sich beispielsweise vermeiden, dass der Trainer nach einer Pause vergisst, seinen Bildschirm wieder zu teilen. Um während der Schulung Möglichkeiten zu nutzen, die der Auflockerung dienen, um etwa ein Buch aus dem Bücherregel im Hintergrund vorzustellen oder auch nur die Helligkeit im Zimmer anzupassen, sollten Trainer kabellose Headsets beziehungsweise Mikrofone verwenden.

Nice to have: Falls der Hintergrund des Raums zu unruhig erscheint und ablenken könnte, bietet es sich an, einen Green Screen zu verwenden oder einen virtuellen Hintergrund der Konferenzsoftware auszuwählen, sofern diese Funktion zur Verfügung steht und die dadurch verursachte zusätzliche Belastung der Internetverbindung vertretbar ist.

Die Anforderungen auf Seiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ähneln denen des Trainers oder der Trainerin in vielen Punkten:

Should have: Auch Teilnehmer sind zugunsten hoher Tonqualität gut beraten, ein externes Mikrofon oder ein Headset zu verwenden. Darüber hinaus sollten sie sich nicht auf die eingebauten Lautsprecher ihres Rechners oder Notebooks verlassen, sondern vorzugsweise ein Headset oder einen externen Lautsprecher verwenden.

Nice to have: Für Teilnehmer gilt genau wie für Trainer: Ein zweiter Bildschirm ist für den Umgang mit der Konferenzsoftware vorteilhaft. Er verschafft mehr Überblick und lässt sich beispielsweise dazu verwenden, begleitende Dokumentation zur Schulung einzusehen.