Smart-Home-FAQ für Einsteiger: Was bringt, erfordert und kostet es?

Vor allem die Möglichkeiten zum Energie sparen machen das Smart Home gerade beliebt. Wie Haushalte richtig einsteigen und was sie davon haben, klärt diese FAQ.

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Smart Home

(Bild: Zapp2Photo / shutterstock.com)

Von
  • Berti Kolbow-Lehradt

Das Smart Home bekommt langsam aber stetig einen Fuß in die Tür bundesdeutscher Haushalte. Laut dem Digitalverband Bitkom haben 43 Prozent aller Menschen hierzulande mindestens eine Smart-Home-Anwendung in ihren vier Wänden im Einsatz. Tendenz: seit Jahren steigend. Dem Interesse daran hat zuletzt vor allem der Wunsch Vorschub geleistet, mithilfe intelligenter Anwendungen die Energieeffizienz steigern und den Verbrauch reduzieren zu wollen. Wer noch nicht dabei ist, zögert vor allem, weil die Produkte zu teuer und die Bedienung zu kompliziert erscheinen.Tatsächlich ist die Zusammenstellung passender Komponenten und damit eine reibungslose Steuerung aus einem Guss eine der größten Baustellen des Smart Home. Diese FAQ klärt, wie man so einsteigt, dass von vornherein und auch später möglichst alles zusammenpasst und welche Vorteile und Kosten sich aus dem Einsatz smarter Technik ergeben.

Was ist ein Smart Home und welche Möglichkeiten bietet es?

Mit einem Smart Home ist ein Zuhause gemeint, in dem sich Gebäude-, Haushalts- und Unterhaltungstechnik über das Heimnetz oder Internet fernbedienen lässt. Nach landläufigem Verständnis reicht es dabei nicht, wenn eine Smartphone-App zur Steuerung vorhanden ist. Von einem Smart-Home-Gerät ist gemeinhin erst die Rede, wenn es auch auf Sprachbefehle oder Sensorautomatiken reagiert. Drei Anwendungsziele sind mit dem Ausbau des Zuhauses zu einem Smart Home verbunden: mehr Komfort, ein besseres Energiemanagement und ein höheres Sicherheitsgefühl.

In der Praxis ermöglicht ein Smart Home zum Beispiel, mehrere technische Geräte gleichzeitig statt einzeln zu bedienen. Zudem brauchen Nutzerinnen und Nutzer die Technik nach der Ersteinrichtung im Idealfall gar nicht mehr händisch zu steuern. Stattdessen schalten etwa smarte Thermostate Heizungen automatisch aus und smarte Zwischenstecker trennen Unterhaltungsgeräte vom Standby-Strom, wenn alle das Haus verlassen haben. Ein anderes Beispiel: Eine smarte Steckdose schaltet einen Lüfter ein, wenn ein Hygrometer eine hohe Luftfeuchte misst. Zudem kann smarte Sensortechnik mit Smartphone-Benachrichtigungen oder Lichtsignalen auf Gefahren oder Handlungsbedarf hinweisen - etwa, wenn laut einem Kontaktsensor ein Fenster zu ungewöhnlicher Uhrzeit zu lange geöffnet ist.

Wie funktioniert ein Smart Home?

Was smarte Geräte von "dummen" unterscheidet, sind Funkchips, Sensoren und je nach Modell Elektromotoren, die automatisches Schalten ermöglichen. Die wichtigsten Voraussetzungen dafür sind eine funktionierende Datenübertragung und eine konstante Energieversorgung. Aktuelle massentaugliche Smart-Home-Produkte verwenden spezielle Funktechniken und sind bis auf wenige Ausnahmen batteriebetrieben. Das vereinfacht die Montage stark und ermöglicht einen schnelleren Einstieg als mit kabelgebundener Technik. Die verwendeten Batterien sind in der Regel handelsüblich. Als Funkstandards kommen überwiegend WLAN und ZigBee, seltener Bluetooth, DECT und Z-Wave zum Einsatz. Ein Newcomer heißt Thread. Zudem nutzen manche Hersteller Funkverfahren auf Basis der Frequenzbereiche um 868 MHz oder 433 MHz und erweitern diese um eigene Zutaten.

Über diese Funkverfahren erhalten die Smart-Home-Geräte ihre Schaltbefehle und schicken Sensorwerte zurück. Per Smartphone-App, mitunter auch per Browser oder Client am Computer, können Befehle abgeschickt und Messergebnisse kontrolliert werden. Sprachassistenzen auf Smart Speakern nehmen ebenfalls Schaltbefehle entgegen oder stoßen auf Anfrage Sensormessungen an.

Weil Smartphones, Computer und Netzwerk-Lautsprecher meist nicht direkt mit den Funkkomponenten kommunizieren können, erfordert der reibungslose Funkverkehr abhängig vom eingesetzten Smart-Home-System eine Vermittlungszentrale. Sie übersetzt im Heimnetz die Signale von einem Funkverfahren ins andere. Gängige Bezeichnungen für diese Hardware sind Gateway, Hub, Bridge oder Controller. Eine Vermittlungszentrale bezieht ihre Energie per Kabel aus der Steckdose und ist mit dem WLAN-Router verbunden.

Manche Vermittlungszentralen kümmern sich auch um die Verarbeitung der Schaltbefehle und dienen als Ablageort für Automatikregeln. In anderen Fällen erledigen diese Aufgaben die Webserver der Hersteller. Dann erfordert die erfolgreiche Datenkommunikation im Smart Home auch eine aktive Internetverbindung. Bei Sprachbefehlen ist sie sogar unverzichtbar, weil diese immer den Umweg über die Cloud gehen.

Welche Smart-Home-Geräte gibt es?

Zu den klassischen Smart-Home-Komponenten gehören Sensoren, die Bewegung, Wasser, Rauchgas, geöffnete Türen und Fenster, sowie Wetterereignisse und Raumklimabedingungen registrieren. Typische schaltbare Smart-Home-Geräte sind Heizkörperthermostate, Schalt- und Messsteckdosen, Klimagerätesteuerungen, Sicherheitskameras, Leuchtmittel in vielen Formen, Funkschalter oder Einbauschalter für die Wand sowie Motoren für die Fensterverdunklung.

In jüngerer Zeit stecken die Hersteller Smart-Home-Funktionen in viele weitere Produktkategorien. Dazu zählen elektronische Türschlösser, Netzwerk-Lautsprecher mit Mikrofonen für Sprachbefehle, TV-Geräte, Saugroboter, Lüfter, Ventilatoren, Kühlschränke, Waschmaschinen, motorisierte Fenster, Wasserventile für den Garten und im weiteren Sinne auch Autos mit eingebauten Sprachassistenzen.

Vorsicht, Nepp: Nicht alles, was Hersteller als smarte Technik bezeichnen, bietet auch den gesamten Nutzen, den man mit dem Smart Home assoziiert. Eine Smartphone-App als Fernbedienung reicht nach gängiger Auffassung nicht. Das Produkt sollte sich schon mit anderen Gerätekategorien desselben oder weiterer Hersteller vernetzen lassen und Optionen für Sensorautomatiken bieten.

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Welche übergreifenden Systeme für die Smart-Home-Steuerung gibt es?

Ein Gerät allein macht noch kein Smart Home. Erst im systematischen Zusammenspiel mehrerer Komponenten wird eines draus. Ein Weg, dieses zu realisieren, ist ein geschlossenes System aus Gerätehardware und Steuersoftware eines Markenherstellers. Alternativ lassen sich Geräte unterschiedlicher Marken mit webbasierter Software oder herstellerübergreifenden Schaltkisten zu einem System koppeln. In den letzteren Fällen ist mitunter auch von einem Ökosystem, einer Vernetzungsplattform, einem Automationsdienst oder einer Universalschaltzentrale die Rede.

Hersteller-Systeme mit vielen Gerätekategorien stammen etwa von den Marken Aeotec, Aqara, AVM, Bosch, Elesion (Pearl), Essentials (WeSmartify), Eve, Fibaro, Gigaset, Homematic IP, Ikea, Meross, Rademacher, Shelly, SwitchBot, TP-Link und Xiaomi.

Ferner gibt es einschlägige Spezialisten für einzelne Produktbereiche, die sich über Schnittstellen in größere Systeme einbinden lassen. Bei smartem Licht sind etwa Philips Hue, Ledvance, Wiz und Nanoleaf zu nennen. Heizen ist ein großer Schwerpunkt von Tado und Netatmo. Spezialanbieter für smarte Schlösser sind zum Beispiel Nuki, Tedee und Yale. Bei smarten Streaming-Lautsprechern tut sich Sonos hervor.

Relevante übergeordnete Vernetzungsplattformen, die auf Cloud-Steuerung, Hardware-Steuerzentralen oder einem Mix aus beidem setzen, sind etwa Amazon Alexa, Apple HomeKit, Google Home, Home Connect Plus, Samsung SmartThings, Smart Home by Hornbach und Telekom Magenta. Dabei handelt es sich um kommerzielle Angebote mit niedrigen Einstiegshürden.

Zu den Open-Source-Lösungen für eine herstellerübergreifende Systemsteuerung zählen Steuerzentralen etwa von Home Assistant und Homey sowie Softwarepakete von openHAB und ioBroker. Wegen des großen Konfigurationsaufwands handelt es sich um Bastellösungen, die viel privaten Enthusiasmus erfordern.

Welches Smart-Home-System passt zu mir?

Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht. In der großen und sich ständig wandelnden Markenlandschaft hat sich noch kein Hersteller-System, keine Vernetzungsplattform und keine universelle Steuerzentrale als endgültige Standardlösung herauskristallisiert, die Smart-Home-Fans wunschlos glücklich macht. Dafür gibt es schlicht zu viele Produktkategorien und Bedienfunktionen, die kein einzelnes Sammelangebot abdecken kann. Um eine individuelle Recherche führt kein Weg herum. Für den Einstieg ins Smart Home sind verschiedene Ansätze denkbar.

Wer Wert auf ein Bedienerlebnis aus einem Guss legt, zieht ein Hersteller-System in Betracht. Bei der Suche nach dem richtigen hilft die Frage, ob der Anbieter auch wirklich alle Gerätekategorien abdeckt, die vielleicht nicht nur jetzt, sondern auch für spätere Ausbaupläne relevant sein könnten. Neben dem Sortimentsumfang sind Preis und Design weitere auf dem Papier recherchierbare Vergleichskriterien. Nur in der Praxis können Sie ausprobieren, ob auch das Bedienkonzept der App zusagt.

Wer sich hingegen die größtmögliche Freiheit bei der Produktkombination bewahren möchte, fängt mit einer Speziallösung aus den Bereichen Licht und Heizung an, die sich per Schnittstelle in Vernetzungsplattformen wie Amazon Alexa oder Apple HomeKit einbinden lässt. Als Steuer-Apps kommen dann aber die der beiden genannten Anbieter und nicht mehr die der Gerätehersteller zum Einsatz.

Welche Voraussetzungen sind nötig, um ein Smart Home einzurichten?

Für den Start ins Smart Home reicht das, was in vielen Haushalten sowieso vorhanden ist. Für die Datenübertragung ist ein WLAN-Heimnetz und eine Internetverbindung nötig. Ein Zugriff auf den Router muss möglich sein – für den Fall, dass daran Einstellungen vorzunehmen sind. Je nach Funkprotokoll der gewählten Smart-Home-Komponenten ist ein Gateway erforderlich, das den Kontakt zwischen den Komponenten und dem Heimnetz herstellt. Das Gateway braucht eine freie Steckdose in der Nähe des WLAN-Routers. Als Bediengerät sollte ein Smartphone oder ein Tablet mit nicht allzu altem Betriebssystem griffbereit sein. Mit iOS und iPadOS vertragen sich alle handelsüblichen Smart-Home-Apps, mit Android ebenfalls die allermeisten.

Die Montage vieler Smart-Home-Geräte braucht kein handwerkliches Geschick. Sie lassen sich meist auf ebene Flächen stellen oder im Fall kleinerer Sensoren und Schalter an die Wand kleben. Nur in seltenen Fällen, etwa bei Sicherheitskameras für die Außenwände, ist womöglich der Griff zum Bohrer nötig. Wenn es darum geht, Funkschalter in Unterputzdosen einzusetzen oder Wandthermostate mit dem Hausstromnetz zu verbinden, sollten Sie aber Profis ranlassen.

Wie richte ich ein Smart Home ein?

Bei den gängigen, massentauglichen Produkten geht es darum, die Komponenten am Einsatzort aufzustellen oder zu befestigen und dann per Smartphone-Software mit dem Heimnetz zu verbinden.

Falls es sich bei dem verwendeten Funkstandard des gewählten Smart-Home-Geräts nicht um WLAN handelt, beginnt der Prozess immer mit der Einrichtung des Gateways (Hub, Bridge, Controller). Dieses verbinden Sie per Kabel oder WLAN mit dem Router. Erst dann folgt das Setup von Sensoren und schaltbaren Geräten. Konkret bedeutet das etwa, ein LED-Leuchtmittel in die Fassung oder ein Thermostat an den Heizkörper schrauben, den Ventilator aufstellen oder den Sensor an Fenster oder Wand kleben. Ist ein Batteriebetrieb vorgesehen, gilt es, diese einzulegen. Anschließend richten Sie auch diese Geräte mit der Smartphone-App ein. Entweder findet die App die Geräte im Heimnetz automatisch oder Sie müssen aktiv eine Verbindung herstellen, indem Sie einen QR-Code vom Gerätegehäuse mit dem Smartphone abfotografieren.

Geht der Wunsch nach einer Smart-Home-Steuerung über die manuelle Bedienung hinaus, müssen Sie in der App Regeln für Automatiken hinterlegen. Dafür hat jeder Hersteller einen eigenen Menübereich. Dort lässt sich auf einer grafischen Oberfläche festlegen, welcher Sensorwert oder Schaltereignis eines anderen Geräts eine Automatik auslösen soll, und was dann passiert - also welches Gerät sich ein- oder ausschaltet.

Wie sorge ich dafür, dass alle Geräte mit allen anderen im Smart Home funktionieren?

Kein einzelner Hersteller deckt alle denkbaren Smart-Home-Gerätekategorien ab. Daher ist es oft nötig, mehrere zu kombinieren, um die gewünschten Anwendungsfälle zu realisieren. Damit dafür niemand zwischen verschiedenen Hersteller-Apps jonglieren muss, gibt es drei verschiedene Lösungen:

  1. Manche Systemhersteller gehen Partnerschaften mit ausgewählten anderen Marken ein. Dann lassen sich die Geräte des einen Partners in die App des anderen Partners einbinden. Beispielsweise können Sie mit dem Hersteller-System von Bosch auch Licht von Philips Hue bedienen.
  2. Viele Hersteller bieten für ihre Geräte Software-Schnittstellen zu den großen Plattformen von Amazon, Apple und Google. Ist das der Fall, können Sie den ganzen Gerätefuhrpark mit der App einer dieser Plattformen steuern. Die Schaltsignale tauschen die Geräte über den Umweg in der Cloud aus.
  3. Gibt es keine besondere Software-Schnittstelle zu einer der Cloud-Plattformen oder einer Hersteller-App, lassen sich einige Komponenten noch auf anderem Wege bündeln. Voraussetzung ist, dass sie einen gängigen Smart-Home-Funkstandard wie ZigBee oder Z-Wave verwenden. Universelle Schaltzentralen, die diese Standards unterstützen, akzeptieren entsprechende Komponenten oft auch dann, wenn deren Hersteller in der Firmware dafür keine besonderen Vorkehrungen getroffen haben.

Was bringt es, wenn ein Gerät den Smart-Home-Standard Matter unterstützt?

Matter verspricht das Gleiche wie andere Smart-Home-Standards. Er soll das Zusammenspiel von Komponenten verschiedener Hersteller ermöglichen und damit die Recherche nach passendem Zubehör für die eigenen Ausbaupläne erleichtern. Anders als bisherige Anläufe für solche Brückenschläge ist Matter keine kommerzielle Vernetzungsplattform eines einzelnen Anbieters und keine weitere Funktechnik. Stattdessen handelt es sich um ein Kommunikationsprotokoll, das Komponenten bündelt, die mit WLAN und Thread funken oder an einem LAN-Gateway verbunden sind. Weil die Branchengrößen Amazon, Apple, Google und Samsung dahinterstehen, ist für andere Gerätehersteller der Anreiz besonders groß, Matter zu unterstützen.

Der Matter-Standard ist im November 2022 gestartet. Die vier großen Initiatoren haben ihre Technik entsprechend aufgerüstet, erste Zubehörhersteller verteilen seitdem Matter-taugliche Firmware in Rahmen von Beta-Tests. Bis der Standard richtig ins Rollen kommt, dauert es noch bis mindestens weit ins Jahr 2023, wahrscheinlich darüber hinaus.

Wie viel kostet ein Smart Home?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort, weil es sehr individuell ist, auf welche Produkte und Marken die Wahl fällt. Generell kann gesagt werden: Der Einstieg kostet mehrere 100 Euro, damit man genug Komponenten hat, sodass sich in sinnvoller Weise Smart-Home-Anwendungen nutzen lassen. Die Vollausstattung eines Zuhauses kann mehrere Tausend Euro kosten, wenn in sämtlichen Räumen an allen infrage kommenden Installationspunkten smartes Licht, smartes Heizen, Sicherheitssensoren und Smart Speaker zum Einsatz kommen sollen. Hier eine preislich am unteren Ende angesiedelte Beispielrechnung für ein Wohnzimmer mit fünf Leuchtpunkten, zwei Heizkörpern und einer Steckerleiste, an der die TV-Landschaft hängt. Für drei farbige E27-Birnen mit 8 Watt und zwei farbige E14-Kerzen mit 4,9 Watt von Wiz (alle je 16 Euro), zwei Heizkörperthermostate inklusive eines Gateways von TP-Link (130 Euro), einen Zwischenstecker (20 Euro) von Shelly sowie einen Amazon Echo Dot 5 (60 Euro) mit Alexa-Sprachassistenz werden 290 Euro fällig.

Wie viel Strom verbraucht und spart ein Smart Home?

Smart-Home-Geräte können beim Energie sparen helfen, verbrauchen aber auch selbst Strom. Viel Sparpotenzial ist beim Heizen drin. Haushalte, die oft vergessen, die Heizung zu drosseln, wenn das Fenster darüber zum Lüften geöffnet ist oder alle das Zuhause verlassen haben, können das automatische Abschalten vom Smart Home erledigen lassen. Eine Heizkostenersparnis von 9 bis 15 Prozent ist realistisch. Smarte Zwischenstecker helfen dabei, überflüssigen Standby-Verbrauch von Unterhaltungselektronik zu sparen. Besonders ergiebig ist das im Wohnzimmer an der TV-Landschaft, wo Netzwerk-Lautsprecher, Spielekonsolen und Multimedia-Receiver selbst im Ruhemodus mitunter in Summe Dutzende Watt verbrauchen. Am besten hängen alle Geräte an einer Steckerleiste und die an einem smarten Zwischenstecker. Jedes Verbrauchergerät mit je einer Schaltsteckdose zu versehen, bringt kaum etwas, weil die smarte Funktechnik selbst auch bis zu zwei Watt zieht.

Außer dem Eigenverbrauch von smarten Zwischensteckern ist der Energiebedarf smarter Heizkörperthermostate ein unterschätzter Kostenpunkt. Anders als ihre analogen Ahnen brauchen sie oft im Jahrestakt zwei neue AA-Batterien. Akkus gehen meist nicht, und selbst wenn, erhöht deren Aufladung ja auch die Ausgaben für den Strom. Bewegungsmelder und Fensterkontaktsensoren brauchen ebenfalls regelmäßig neue Energiespeicher, wenn auch nicht gleichermaßen oft.

Zu einem Groschengrab kann sich auch der Strom-Verbrauch des Gateway-Fuhrparks entwickeln. Die Vermittlungszentralen von Funkkomponenten laufen meist rund um die Uhr und ziehen häufig 0,5 bis vier Watt Leistung, selbst wenn sie nur dösen. Und noch ein Hinweis: Wer smartes Licht nur komplett dimmt, aber nicht per Relais vom Stromkreis kappt, muss mit 0,2 bis 0,5 Watt Standby-Verbrauch rechnen – pro Leuchtmittel. Bei einem vollständig vernetzt illuminierten Zuhause summiert sich das.

(anka)