So geht Storytelling: Wie Sie Ihre Texte schöner machen

Das Leben schreibt die besten Geschichten. Aber wie schreibt man sie auf? Wer Leser mit Worten begeistern will, braucht richtiges Handwerkszeug.

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Von
  • Manuel Heckel
Inhaltsverzeichnis

Seit einigen Jahren gilt Storytelling als eine wichtige Eigenschaft, um Menschen zu überzeugen. Dahinter steckt die Tausende Jahre alte Fähigkeit des Geschichtenerzählens. Wer es schafft, Leser mit dem geschriebenen Wort zu erreichen, kann seine Position darlegen, mit Argumenten überzeugen, neue Perspektiven eröffnen, Themen setzen, sich oder seine Produkte attraktiver darstellen.

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Eine aktuelle Studie der Beratung McKinsey sieht Storytelling sogar als wertvolles Talent für Führungskräfte – um ein Team zu erreichen und die Mitarbeiter zu motivieren. Die Bedeutung des Storytellings steigt. Denn in der Aufmerksamkeitsökonomie ist die Konkurrenz um gute Inhalte größer. Jeder Artikel konkurriert auch mit einem Podcast, jeder Blog-Beitrag mit einer Netflix-Serie, jeder LinkedIn-Post mit einem kurzen Schwatz mit dem Büronachbarn.

227 Minuten nutzen Menschen ab 14 Jahren in Deutschland jeden Tag das Internet. Davon verwenden sie 136 Minuten darauf, Medien zu konsumieren – und nur ein kleiner Teil davon entfällt auf Texte.

(Bild: Quelle: ARD/ZDF-Onlinestudie 2021)

Herzlich willkommen – und direkt bitte ich Sie um etwas Geduld. Die ist dringend nötig, auch wenn am Ende eine rasante Story stehen soll. Wenn Sie sich an einen größeren Text wagen, rechnen Sie etwa die Hälfte der Zeit fürs Schreiben ein und jeweils ein Viertel, um Ihr Werk am Anfang ordentlich zu planen und am Ende gründlich zu kontrollieren. Denn bevor das erste Wort geschrieben ist, steht etwas viel Schwierigeres an, das Denken: Warum wollen Sie überhaupt einen Text schreiben? Das mag banal klingen, aber die Motivation für einen bestimmten Beitrag entscheidet darüber, was später passiert. Es gibt kein richtig oder falsch, nur ein gut oder schlecht überlegt: Wenn Sie ein Produkt (oder sich selbst) präsentieren oder verkaufen wollen, klingt der Text anders, als wenn Sie Mitstreiter für eine bestimmte Sache (eine Wahl, einen neuen Kegelverein) gewinnen wollen. Wenn Sie eine emotionale Geschichte wiedergeben, greifen ein paar andere Dynamiken, als wenn es darum geht, Fakten übersichtlich darzustellen. Der Werkzeugkasten, der aus den folgenden Tipps besteht, ähnelt sich: Mal greifen Sie zum Hammer, mal zum Bohrer und mal zur Feile.