Software für Videokonferenzen im Blick: Übersicht, Datenschutz und Sicherheit

Die Corona-Krise treibt die Entwicklung von Videokonferenzsystemen voran. Im Wochentakt erscheinen Updates. Wie ist es um Sicherheit und Datenschutz bestellt?

Lesezeit: 8 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen

(Bild: Andreas Martini)

Von
  • Kim Sartorius
Inhaltsverzeichnis

Lassen Sie uns eine Runde Bingo spielen. Bei jedem Satz, den Sie in Videokonferenzen schon mal gehört haben, machen Sie in Gedanken ein Kreuz. Ab fünf Kreuzen rufen Sie Bingo. Los gehts: "Hört ihr mich?", "Du musst Dein Mikro einschalten!", "Ich kann meinen Bildschirm nicht freigeben!", "Ist das eine Ziege?", "Wo ist denn die Kamera?", "Deine Kamera ist noch an!", "Meine Verbindung ist heute eine Katastrophe!". Alternativ eignet sich das Ganze auch als Trinkspiel bei einem Feierabendgetränk per Videokonferenz.

Wenn Sie in den vergangenen Monaten im Homeoffice per Videokonferenzprogramm kommuniziert haben, kommen Ihnen diese oder ähnliche Sätze wahrscheinlich bekannt vor. Auch in virtuelle Spieleabende, Vereinssitzungen oder Familientreffen haben Videochat-Tools längst Einzug gehalten. Diese dauern mitunter mehrere Stunden, in denen die Konferierenden sich wenig bewegen und fürs nächste Meeting nicht einmal mehr den Raum verlassen. Trotzdem fühlen sich viele nach einem mehrstündigen Videocall völlig ausgelaugt und müde. Für dieses Empfinden gibt es mittlerweile einen Begriff, die sogenannte Zoom-Fatigue. Der Name setzt sich aus dem bekannten Videokonferenzdienst Zoom und dem französischen Wort für Müdigkeit zusammen.

Ein Grund für die Zoom-Fatigue ist, dass man ständig beobachtet wird und sich dessen bewusst ist. Während es im nicht-virtuellen Konferenzraum weniger auffällt, wenn die Kollegen nebenbei Mails abrufen oder Mandalas ausmalen, sticht Unaufmerksamkeit beim Videocall stärker hervor, da alle Anwesenden sich ständig gegenseitig und selbst beobachten. Außerhalb von Videokonferenzen sind Menschen es aber nicht gewohnt, die eigene Mimik und Gestik während eines Gesprächs permanent gespiegelt zu bekommen. Der Verhaltensforscher Gianpiero Petriglieri sagte gegenüber der britischen BBC, Videochats seien "wie fernzusehen und der Fernseher schaut zurück". Zudem falle es Menschen in Videochats schwerer "nonverbale Hinweise wie Mimik, Stimmlage und Körpersprache zu lesen". Darauf stärker achten zu müssen verbrauche eine Menge Energie.

Immer mehr Wissen. Das digitale Abo für IT und Technik.

  • Zugriff auf alle Inhalte von heise+
  • exklusive Tests, Ratgeber & Hintergründe: unabhängig, kritisch fundiert
  • c't, iX, Technology Review, Mac & i, Make, c't Fotografie direkt im Browser lesen
  • einmal anmelden – auf allen Geräten lesen - monatlich kündbar
  • erster Monat gratis, danach monatlich 9,95 €
  • Wöchentlicher Newsletter mit persönlichen Leseempfehlungen des Chefredakteurs
GRATIS-Monat beginnen Jetzt GRATIS-Monat beginnen Mehr Informationen zu heise+