Sommerreifen im Test

ADAC, GTÜ und ACE haben Sommerreifen in drei Dimensionen getestet. Es lohnt sich, auf die Detailergebnisse zu achten.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 37 Beiträge

(Bild: ADAC)

Von

Die alljährlichen Reifentests sind spätestens auf den zweiten Blick eine ziemlich spannende Sache. Denn zum einen offenbart sich über die vergangenen Jahre, dass einige frühere Billiganbieter inzwischen ganz ordentliche Reifen backen. Zum anderen kann, wer auf die Einzelwertungen schaut, auch im hinteren Testfeld Pneus finden, die in relevanten Kriterien mit an der Spitze liegen. Beides bestätigt sich im aktuellen Test des ADAC und in der Gemeinschaftsuntersuchung von ACE und GTÜ.

Der ADAC hat Sommerreifen der Dimension 225/40 R18 und 235/55 R17 getestet. Bewertet wurden die Reifen in den Kategorien Trocken (Gewichtung: 20 Prozent), Nass (40), Geräusch (10), Kraftstoffverbrauch (10) und Verschleiß (20). In den Kriterien Nass, Trocken und Verschleiß führt eine Note oberhalb von 2,5 zu einer Abwertung, im Kapitel Geräusch nicht. Das sollte wissen, wer die Ergebnisse einordnen mag. Und das kann sich durchaus lohnen.

Der Testsieger Continental PremiumContact 6 in der Dimension 225/40 R18 gehört auf trockener Fahrbahn zu den schwächeren Reifen, auf nasser Straße können dagegen nur der Pirelli P Zero und der Michelin Pilot Sport 4 mithalten. Dafür ist kein Reifen im Test so laut wie der von Conti – Glück für die Firma, dass der ADAC diesen Bereich als weniger relevant einstuft. Erstaunlich weit vorn landen in der Endabrechnung die Reifen von Maxxis, Nexen und Sava, die spürbar günstiger sind als die Pneus hierzulande bekannter Marken. Gerade der Maxxis Victra Sport 5 zeigt nirgendwo gravierende Schwächen und kostet 144 Euro pro Satz weniger als der Michelin.

Der Pirelli P Zero ist auf trockener Fahrbahn unangefochten vorn, auf nasser der Zweitbeste. Abgewertet wird er aufgrund eines vergleichsweise hohen Verschleißes. Wer damit leben kann, weil er wegen seiner geringen Jahresfahrleistung das Profil ohnehin nicht vor der Materialalterungs-Obergrenze kleinkriegt, bekommt mit dem P Zero einen ausgezeichneten Reifen.

Der Rotalla Setulla S-Pace RU01 ist der billigste Reifen in diesem Testfeld, nicht aber der günstigste: Auf trockener wie auf nasser Straße fällt er deutlich ab. Für rund 40 Euro mehr gibt es einen Satz Maxxis Victra Sport 5 – den Ergebnissen des ADAC zufolge ist das die bessere Wahl.

In der Dimension 235/55 R17 fällt zunächst auf, wie stark die Preise auseinandergehen. Zwischen dem teuersten, dem Michelin Primacy 4 und den günstigsten von Maxxis und Laufenn liegen pro Satz 244 Euro. Interessant ist der Abgleich der Reifenlabel mit den Testergebnissen. So ist beispielsweise der Maxxis Premitra 5 mit 70 dB(A) angegeben, erreicht in der Geräuschmessung aber nur die Note 2,7. Der Continental EcoContact 6 ist mit 72 dB(A) angegeben und wird vom ADAC in dieser Hinsicht mit 2,3 bewertet.

GTÜ und ACE haben Sommerreifen der Dimension 215/55 R17 getestet. Auch hier sei ein Blick auf die Details dringend empfohlen. Der Hankook Ventus Prime 3 (K125) holt von 15 möglichen Punkten in den Bereichen „Aquaplaning quer“ und „Kreisbahn nass“ gar keinen. Im Wertungsbereich „Sicherheit nass“ erreicht er insgesamt von 80 möglichen nur 36 Punkte. Testurteil: „bedingt empfehlenswert“. Dem würden wir uns nicht anschließen, zumal ein Satz mit 468 Euro nicht zu den Schnäppchen im Testfeld zählt. Ein Satz Reifen von Maxxis oder Sava kostet rund 100 Euro weniger und ist insgesamt die bessere Wahl.

(mfz)