Staubsaugerroboter lernen immer neue Tricks

Teures Nerdspielzeug oder ein sinnvolles Haushaltsgerät? Bei Staubsaugerrobotern gehen die Meinungen weit auseinander. Wir erklären, was Sie erwarten dürfen.

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Saugroboter fährt auf dem Boden am Sofa entlang

(Bild: Diego Cervo/Shutterstock.com)

Von
  • Stefan Porteck
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Saugroboter gewannen nur langsam an Popularität und zunächst in Nerdkreisen. Während der Begriff Roomba in der c’t-Redaktion einigermaßen geläufig war, dauerte es noch etliche Jahre, bis die Kehrgehilfen in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. Der lange Weg zum Massenprodukt war auch den Vorurteilen gegen die neue Technik geschuldet: viel zu teuer, machen sowieso nicht richtig sauber und zerkratzen den Fußboden und die Möbel.

Techniktrends und Kaufberatung

Auf manche Saugbots trafen die Vorurteile durchaus zu: Die ersten Generationen hatten winzige Staubbehälter, eine vergleichsweise geringe Saugleistung und von einer gezielten Reinigung konnte kaum die Rede sein. Gemessen an aktuellen Geräten waren die Bots so doof, dass man ihnen ungern zuschauen wollte: Die Navigation bestand darin, dass die Bots wie beim Blinde-Kuh-Spielen durch die Räume fuhren, bis sie irgendwann eine Wand oder ein Möbelstück rammten. Dann drehten sie ab und fuhren in eine andere Richtung, bis sie dort wieder irgendwann anschlugen.

Nächstes Ärgernis: Dadurch dass die Bots kreuz und quer durch jeden Raum fuhren, brauchten sie etwa drei- oder viermal so lang, bis jede Stelle mindestens einmal überfahren wurde und der Raum somit vollständig gesaugt war. Interessanterweise konnten die alten Modelle die Raumgröße anhand der längsten zurückgelegten Strecke und damit die benötigte Reinigungszeit dennoch recht präzise ausrechnen.

Darüber hinaus gestaltete es sich schwierig, die damaligen Bots gezielt an einen Ort zu bewegen – um etwa die Krümel unterm Küchentisch zu saugen – und sie andererseits von bestimmten Orten fernzuhalten – etwa vom Trinknapf des Hundes. Ersteres gelang nur manuell, also durch klassisches Hinschleppen des Bots an die gewünschte Stelle und dort die Taste für die Spotreinigung zu drücken. Letzteres klappte bei manchen Modellen und Herstellern entweder mithilfe von Magnetbändern, die man aufs Laminat und unter Läufer klebte, oder mit kleinen Türmchen, die man auf den Boden stellte und die mit einer Lichtschranke den Bot auf Abstand hielten.

Mit Lasersensoren navigieren Saugbots sehr genau und zielsicher durch die Wohnung. Manche Modelle nutzen zusätzlich Frontkameras und Objekterkennung mittels KI.

Den wahrscheinlich bislang größten Innovationsschub brachte die Laser-Distanz-Messung (Lidar) den Saugbots. Fast alle modernen Kehrgehilfen haben auf ihrer Oberseite kleine Türmchen, in denen die Lasereinheit während der Fahrt ununterbrochen rotiert. Aus der Reflexion des Laserlichts sind die Bots in der Lage, die Geometrie des Raumes zu erfassen und Abstände zu Wänden und größeren Hindernissen zu bestimmen.

Damit orientieren sich die Bots so, dass sie den gesamten Grundriss der Etage oder der Wohnung erkennen und intern abspeichern. Der Bot protokolliert, welche Bereiche bereits gesaugt wurden und welche demnach noch fehlen. Damit kann er viel geplanter an die Reinigung herangehen: Bots mit Orientierung fahren jeden einzelnen Raum gezielt an, durchfahren ihn in parallelen Bahnen und bewegen sich dann genauso gezielt in den nächsten Raum. Der Vorteil: Das Reinemachen geht bedeutend schneller und gründlicher, weil die Fahrwege nicht mehr dem Zufall unterliegen.