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Stromverbrauch im Haushalt senken und bares Geld sparen

Ein paar einfache Maßnahmen senken die Stromrechnung spürbar, ohne dass der Komfort leidet – wer beim Neukauf von Geräten auf Effizienz achtet, spart noch mehr.

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Inhaltsverzeichnis

Weil immer mehr elektronische Helfer in den Haushalten installiert werden, immer größere Fernseher und immer leistungsfähigere Beamer den Verbrauch nach oben treiben, nimmt auch der Anteil der IT- und Telekommunikationsgeräte an der Stromrechnung immer weiter zu. Dabei muss man nicht unbedingt Verzicht üben, um Stromfressern Einhalt zu gebieten. Denn viele vorhandene Geräte bieten bereits einiges Einsparpotential und wer clever kauft, spart auf lange Sicht viel Geld.

In diesem Artikel geben wir Tipps, wie Sie ihren Stromverbrauch im Haushalt allgemein optimieren und wann etwa ein Geräteneukauf lohnt. In weiteren Ratgebern erfahren Sie wie man den Strombedarf bei PC und Notebook, beim WLAN-Router, im Smart Home, bei Unterhaltungselektronik sowie bei Smartphones und Tablets drückt und welche Tipps man getrost vergessen kann.

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Nach Informationen des Statistischen Bundesamtes ist der Stromverbrauch seit 2010 leicht zurückgegangen. Der technische Fortschritt zeigt also Wirkung. 2017 zeichnete sich allerdings eine Trendwende ab: Der Verbrauch der privaten Haushalte lag ungefähr auf dem Niveau von 2016, nachdem er in den Vorjahren jeweils ein Prozent oder mehr zurückgegangen war.

Quelle: Statista, Daten: Statistisches Bundesamt

Strom ist längst nicht die einzige Energiequelle im Haushalt. Den weitaus größten Teil des Energieverbrauchs verschlingt die Heizung, die üblicherweise mit Öl, Gas oder Fernwärme betrieben wird. Selbst mit einer hocheffizienten elektrischen Wärmepumpe ist die gewonnene Wärme teuer, weil die Stromkosten so hoch sind. Nur die effizientesten Anlagen mit einer Jahresarbeitszahl von 5 oder besser ziehen mit konventionellen Öl- oder Gasheizungen gleich.

Haushalte in Deutschland verbrauchen im Jahr typischerweise zwischen 1600 und 6000 Kilowattstunden, geben also rund 500 bis 1800 Euro für den verbrauchten Strom aus, für den wir in allen folgenden Rechnungen 30 Cent pro Kilowattstunde ansetzen. Wird auch das warme Wasser mit Strom bereitet, muss man pro Person einige hundert Kilowattstunden draufschlagen – elektrisch betriebene Warmwasser-Boiler oder Durchlauferhitzer sind große Stromfresser. 100 Liter Wasser um 10 Grad zu erwärmen kostet rund eine Kilowattstunde Energie. Eine kurze und sparsame Dusche mit 30 Litern kann man also mit rund 20 bis 25 Cent Stromkosten ansetzen.

Quelle: Statista, Daten: EA.NRW

Normalerweise lohnt es sich nicht, einen funktionierenden Stromfresser gegen ein sparsames Neugerät zu tauschen. Leistungsgeräte wie Waschmaschinen, Geschirrspülmaschinen oder Wäschetrockner sind so teuer, dass sich ein vorzeitiger Austausch nur im Extremfall finanziell lohnt. Immerhin 100 Euro im Jahr kann man sparen, wenn man einen Uralt-Wäschetrockner gegen ein Gerät der neuesten Effizienzklasse austauscht. Finanziell amortisiert sich ein Austausch innerhalb einiger Jahre. Betrachtet man jedoch die gesamte Ökobilanz für die Herstellung eines neuen Geräts, also auch den dabei anfallenden Rohstoff- und Energieverbrauch, tut man der Umwelt keinen Gefallen durch einen vorzeitigen Austausch.

Einmal angeschaffte verschwenderische Geräte sorgen oft viele Jahre lang für einen erhöhten Verbrauch. Der Anteil für Beleuchtung beispielsweise sinkt seit vielen Jahren nur minimal, obwohl es gerade bei Leuchtmitteln enormen Fortschritt gegeben hat. Um eine Glühbirne mit 60 Watt zu ersetzen, benötigt man eine Energiesparlampe mit rund 14 Watt Leistung, eine LED erzeugt den gleichen Lichtstrom schon mit 7 Watt.

Hier lohnt sich, anders als bei teuren Haushaltsgeräten, ein vorzeitiger Tausch sehr schnell und entlastet die Umwelt nachhaltig. Eine 60-Watt-Glühbirne verbraucht in ihrer Lebensdauer von rund 1000 Stunden für ungefähr 18 Euro Strom. Eine moderne LED-Lampe gleicher Leuchtstärke (730 Lumen) verbraucht nur rund 7 Watt und kostet in einfacher Ausführung auch bei Markenherstellern inzwischen unter 2 Euro. Schon nach rund 120 Stunden hat die LED-Lampe den Kaufpreis also wieder eingespart. Und sie hält mit ein bisschen Glück über 10.000 Betriebsstunden. Im Laufe vieler Jahre spart sie hunderte Euro Strom gegenüber einer Glühfadenlampe. Hingegen sind vermeintlich sparsame Halogenlampen Stromfresser, denn gegenüber einer herkömmlichen Glühbirne sparen sie gerade einmal 10 Prozent Energie ein. Also entsorgt man noch vorhandene Glühfadenlampen am besten umgehend im Hausmüll und kauft dafür passende LED-Lampen. Einzige Ausnahme sind Backofenlampen, tatsächlich gibt es bei Umgebungstemperaturen von mehreren hundert Grad noch keine Alternative zum Glühfaden.

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Ungünstiger sieht es beim Austausch von Sparbirnen aus. Solche Entladungslampen haben bei gleicher Leuchtstärke einen ungefähr doppelt so hohen Verbrauch wie LED-Lampen. Die zwei Euro für eine LED-Lampe hat man also erst nach rund 1000 Betriebsstunden wieder drin, sodass sich die Investition in eine 7-Watt-LED-Lampe bei drei Stunden Brenndauer pro Tag also erst nach einem Jahr amortisiert. Dafür hat man aber beim Wechsel einen Komfortgewinn, denn LED-Lampen haben keine Warmlaufzeit, sondern leuchten sofort mit voller Stärke. LED-Leuchtmittel sind inzwischen deutlich lichtstärker als Glühfadenlampen und Sparbirnen gleicher Baugröße und produzieren nur wenig Abwärme.

Energiesparlampen müssen wie alle Leuchtstoffröhren als Sonderabfall an Sammelstellen abgegeben werden und dürfen wegen enthaltener giftiger Stoffe wie Quecksilber keinesfalls im Hausmüll landen.