Tonangeber: Bauanleitung für Lautsprecher

Wer noch MDF- oder Spanplattenreste herumliegen hat, kommt für weniger als 50 Euro zu einem durchaus wohlklingenden Lautsprecher-Paar.

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Auf gut Glück billige Lautsprecherchassis zu kaufen, bei denen der Hersteller noch nicht einmal die wichtigsten Parameter herausrückt, ist normalerweise keine besonders helle Idee: Zwar wird der Speaker Töne von sich geben, die optimale Abstimmung von Gehäuse und Lautsprecher ist damit aber ein Ratespiel. Wir sind das Wagnis eingegangen und haben uns beim Elektronik-Discounter Pollin den Dynavox DY166-9A als Tieftöner und den Hochtöner DX159 bestellt – als Pärchen für zwei Boxen kamen wir in der Summe auf rund 32 Euro.

Unser Ziel, für möglichst wenig Geld zwei passabel klingende Zweiwege-Boxen mit wenigstens 40 Watt Nennleistung zu bauen, war somit zur einen Hälfte bereits erfüllt. Wunder erwarteten wir natürlich keine – für zwei nackte Tiefton-Lautsprecher dieser Größe kann man durchaus auch das Zwanzigfache ausgeben. Die Angaben zu den technischen Daten beschränkten sich wie bei vielen Schnäppchen auf das Wesentliche: Frequenzbereich und Belastbarkeit, beim Tieftöner wenigstens noch die Resonanzfrequenz; von den zur Gehäuseberechnung wichtigen Thiele-Small-Parametern (TSP) jedoch keine Spur - erfahren Sie mehr zu dem Thema in unserem Artikel "Lautsprecher richtig einsetzen".

Mit unserer Messschaltung aus dem Artikel "Lautsprecher richtig einsetzen" und dem PC-Programm LIMP kamen wir den Daten des Tieftöners schließlich doch auf die Schliche. Zum Glück deckten sich unsere Erkenntnisse mit denen, die sparsame Bastler in einigen HiFi- und Heimkino-Foren zusammengetragen hatten. Wir fanden sogar eine ausführliche Bauanleitung für eine Box mit diesem Lautsprecher-Chassis, die nach dem TQWT-Prinzip (Tapered Quarter Wave Tube) arbeitet. Hier umgibt die Lautsprecher-Rückseite ein sich erweiternder, recht langer Schacht – bei sorgfältiger Berechnung erreicht man eine grandiose Tiefbass-Wiedergabe. Nachteil: Das Gehäuse wird dadurch sehr groß, und schon kleine Fehler bei der inneren Aufteilung führen zu Fehlern in der Wiedergabe.

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