Wasser fotografieren: Abstrakt gestalten mit Farben, Strukturen und Kontrasten

Nass, kalt, langweilig? Von wegen: Wo Wasser und Licht zueinanderfinden, entstehen spannende Motive – wenn man die herkömmliche Sichtweise hinter sich lässt.

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Von
  • Sandra Petrowitz
Inhaltsverzeichnis

Wasserflächen sind Wundertüten, fotografisch gesehen. Es steckt so viel mehr drin, als man auf den ersten Blick meint. Die weniger offensichtlichen Facetten lassen sich mit relativ geringem Aufwand in den Mittelpunkt rücken: Langzeitbelichtungen, aber auch extrem kurze Verschlusszeiten machen eine faszinierende Dynamik sichtbar, die unseren Augen normalerweise verborgen bleibt. Teleobjektive und kurze Abstände zum Motiv bringen die Farbigkeit des Wassers und seine Strukturen zum Vorschein. Spiegelungen lassen verblüffend vielschichtige Bilder entstehen. Und das Schönste daran: Man kann seine Kreativität ausleben, wo immer Licht und Wasser aufeinandertreffen.

Künstlerische Fotografie-Stile

Die Grundlagen der Bildgestaltung gelten bei abstrakten Wasserbildern genauso wie bei anderen Aufnahmen. Am Anfang hilft es, sich ganz bewusst zu fragen: Was sehe ich, welche Farben, Strukturen, Linien, Kontraste? Welcher Bildausschnitt spricht mich an – und warum? Welche grafischen Elemente kann ich in einem Wasserlauf erkennen, die ein Foto wert wären?

Wer sich damit schwertut, schließt die Augen halb, sodass nicht mehr alle Einzelheiten erkennbar sind, aber die markanten Elemente im Blickfeld deutlicher werden: Je weiter man sich von einem konkret erkennbaren Motiv entfernt, umso mehr gewinnen Formen und Farben, Linien und Flächen im Bild an Bedeutung. Die Dynamik der Wasserbewegung bringt in jedem Sekundenbruchteil neue Variationen hervor.