Wildtierfotografie im Winter: Ausrüstung, Verstecke, Bildgestaltung

Tiere in einer winterlichen Umgebung mit Schnee und Eis im Hintergrund sind ein Traummotiv . Sie sind schwer zu erwischen. Es sei denn man kennt gute Verstecke.

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Von
  • Andreas Bobanac
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Ein Dachs, der neugierig nach einem Apfel greift, Reiher, die sich um einen großen Fisch streiten – für solche Bilder investieren Naturfotografen viele Stunden, Tage und Wochen in selbst gebauten Ansitzverstecken in der freien Natur, am Boden oder im Wasser verharrend oder im Winter auch mal im Schnee. Auch ich habe mich für einige meiner Wunschmotive in solche wenig komfortablen, dafür körperlich anstrengenden Situationen begeben. Für viele Hobbyfotografen scheinen solche Motive jedoch weit weg, denn sie können weder die Zeit aufbringen noch möchten oder können sie die körperlichen Strapazen in Kauf nehmen. Aber es geht auch anders. Die sogenannte Hide-Fotografie wird immer beliebter und auch gestandene Naturfotografen nutzen inzwischen die fest installierten "Luxus-Ansitz-Hütten" für spektakuläre Bilder.

Tierfotografie

Um diese Methode zu testen, bin ich in meinem Urlaub mehrfach nach Osteuropa gereist. In Polen, Bulgarien, Tschechien oder in Ungarn gibt es eine vielfältige Tierwelt. Dort ist die Landschaft zum Teil noch weitläufig unbesiedelt und bietet vielen Wildtieren Rückzugsorte. Die scheuen Gesellen vor die Kamera zu locken, erfordert jedoch eine gute Vorbereitung. Geeignete Lockmittel und raffinierte Verstecke sind wichtig. Die Hide-Fotografie unterscheidet sich daher von der klassischen Naturfotografie, denn die komfortablen Verstecke bieten bereits eine geeignete Perspektive, den passenden Bildwinkel und das richtige Licht für wunderbare Aufnahmen. Zeit und Geduld sind trotzdem nötig, denn auch beim Hide kommen Tiere nicht jederzeit vorbei.

In Osteuropa, teilweise auch in Deutschland, den Beneluxländern oder Spanien, bieten Foto-Guides oder Ranger an, in gemieteten Verstecken Tiere zu beobachten oder zu fotografieren. Einer dieser Anbieter ist Bence Mate aus Ungarn, der mit seiner Hide-Fotografie weltberühmt geworden ist. In Deutschland finden Sie ähnliche, wenn auch etwas weniger komfortable Angebote wie bei Fred Bollmann an der Feldberger Seenlandschaft oder bei Mario Müller auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.