Winterreifen im Test: Welche Pneus sind empfehlenswert?

Der ADAC hat Winterreifen in zwei Dimensionen getestet. Zwischen Gewinnern und Verlierern liegen qualitativ Welten, nicht unbedingt aber beim Preis.

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(Bild: ADAC)

Von
  • Martin Franz

Sie steht unmittelbar bevor, der eine von zwei Abschnitten im Jahr, in dem bei den Reifenhändlern heftig was los ist. Termine werden knapp, und wer einen ganz bestimmten Reifen haben will, muss sich unter Umständen auf Wartezeiten einstellen. Es ist also keine schlechte Idee, sich schon jetzt um neue Pneus für den Winter Gedanken. Welche besonders empfehlenswert sind - und welche eher nicht - hat der ADAC untersucht.

Getestet wurden Winterreifen in den Dimensionen 195/65 R15 und 225/50 R17. Sieben Kriterien fließen in die Bewertung ein, wobei nicht alle gleich gewichtet sind:

  • Haftung auf trockener Fahrbahn - 15 Prozent
  • Haftung auf nasser Fahrbahn - 30 Prozent
  • Haftung auf Schnee - 20 Prozent
  • Haftung auf Eis - 10 Prozent
  • Lautstärke Abrollgeräusch - 5 Prozent
  • Rollwiderstand - 10 Prozent
  • Verschleiß - 10 Prozent

Wie immer lohnt ein Blick ins Detail, denn selbst unter den vier Reifen, die der ADAC in der 195er-Dimension für besonders empfehlenswert hält, gibt es beträchtliche Unterschiede. Der Goodyear erreicht auf nasser Straße die Note 1,8, der Michelin nur 2,5. Letzterer entgeht damit nur knapp einer Abwertung, die ab der Note 2,6 in den vier Haftungskriterien greift. Davon betroffen ist der Conti-Reifen, der auf nasser und schneebedeckter Straße brilliert, auf trockener Fahrbahn aber nur die Note 2,7 erreicht.

(Bild: ADAC)

Im Vergleich zu den Schlusslichtern im Test ist das allerdings noch immer eine hervorragende Bewertung. Der General Tire beispielsweise schneidet auf Schnee und Eis hervorragend ab, doch unter trockenen und feuchten Bedingungen erheblich schlechter als die guten bis sehr guten Reifen. Im Preisvergleich des ADAC liegen zwischen ihm und dem Pneus von Vredestein 20 Euro - wohlgemerkt für einen kompletten Satz Reifen.

Deutlich größer sind die Differenzen zwischen Gewinnern und Verlierern bei den 225/50er-Reifen. Linglong und Goodride versagen auf nasser und schneebedeckter Fahrbahn völlig. Der Linglong-Pneus kostet 85 Euro pro Stück, der Testsieger von Dunlop mit 161 Euro fast doppelt so viel. Dennoch sind die rund 300 Euro für einen Komplettsatz, die zwischen dem Letzt- und dem Erstplatzierten liegen, sicher gut angelegtes Geld, zumal auch der Verschleiß bei den Billig-Gummis höher ist.

(Bild: ADAC)

Allgemein haben die Preise für Winterreifen in diesem Jahr angezogen. Sie stiegen um rund sechs Prozent, wie das Vergleichsportal Check24 ermittelt hat. Begründet wird auch dieser Anstieg mit knappen Rohstoffen. Auch deshalb lohnt ein Blick in die Preissuchmaschinen, denn die vom ADAC ermittelten Kosten sind naheliegenderweise nur Momentaufnahmen.

(mfz)