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Beschäftigte geben Arbeitgebern schlechte Noten

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Erschreckende Bilanz des diesjährigen Index "Gute Arbeit 2010" des Deutschen Gewerschaftsbundes (DGB): Ein Drittel der mehr als 4.100 befragten Arbeitnehmer stuft seinen Arbeitsplatz als "mangelhaft" ein, 52 Prozent werden als "mittelmäßig" bewertet. Nur 15 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bezeichnen ihre Arbeit als "gute Arbeit". Das heißt, sie empfinden ihre Arbeit als nicht belastend. Noch erschreckender: Das schlechte Ergebnis bedeutet immerhin eine Verbesserung zum Vorjahr, wenn auch nur eine minimale.

Als große Belastung empfinden die meisten der Befragten ihre unzureichenden Einkommensbedingungen und die berufliche Unsicherheit, womit vor allem die Angst um den Arbeitsplatz gemeint ist. So fühlen sich 42 Prozent aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise in ihrer Firma deutlich unter Druck gesetzt. 46 Prozent davon gaben an, persönlich von Konsequenzen wie Arbeitszeitverkürzung oder Arbeitsintesivierung betroffen zu sein. 32 Prozent mussten krisenbedingt Lohnkürzungen hinnehmen.

Kein Wunder also, dass sich viele Arbeitnehmer stark unterbezahlt fühlen: nur 26 Prozent der Betroffenen finden, dass ihr Lohn ihrer Arbeitsleistung gerecht wird. Aber auch die Mitarbeiter, die nichts von ihrem Lohn abgeben mussten, wollen mehr: hier finden sich nur 37 Prozent gerecht bezahlt.

Aber auch der Führungsstil der Vorgesetzten und die quasi nicht vorhandene Betriebskultur macht den Angestellten in vielen Unternehmen schwer zu schaffen. Dabei zeigt sich auch hier eine starke Abhängigkeit von der finanziellen Hierarchiestufe: Je geringer das Einkommen der Mitarbeiter, desto schlechter sind auch die Arbeitsbedingungen, unter deren sie arbeiten müssen.

Vollzeitbeschäftigte mit einem Bruttoeinkommen bis 1.500 Euro im Monat kommen auf DGB-Index 53 Punkte und haben damit den niedrigsten Wert aller Einkommensgruppen. Beschäftigte mit mehr als 3.000 Euro Brutto erreichen DGB-Index 66 Punkte und damit die höchste Punktzahl. Der Anteil guter Arbeit beträgt unter Vollzeitbeschäftigten mit einem Einkommen bis 1.500 Euro Brutto im Monat 12 Prozent, der Anteil Schlechter Arbeit 46 Prozent. Dagegen haben bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit monatlich über 3.000 Euro Brutto 25 Prozent gute Arbeit und nur 18 Prozent Schlechte Arbeit.

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