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Die wichtigsten Tipps für den Gehaltspoker

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Rosige Zeiten für Arbeitnehmer: die Wirtschaft wächst wieder, Fachpersonal ist wieder gefragt und damit auch mal wieder knapp. Und das wirkt sich auch auf das Selbstbewusstsein der Arbeitnehmer aus: Laut einer aktuellen Umfrage des "Stern" hält eine breite Mehrheit der Lohnempfänger (81 Prozent) eine Erhöhung ihrer eigenen Löhne für angebracht. 47 Prozent der Befragten sind für eine kräftige Erhöhung von mehr als vier Prozent, 53 Prozent würden sich auch schon mit bis zu vier Prozent zufrieden geben. Und wie steht es mit Ihnen?

Da die Geschäfte der Firmen so gut laufen, wie schon lange nicht mehr, sollte man das Jahresendgespräch mit dem Boss durchaus auch mal wieder für einen kleinen Gehaltspoker nutzen: Versuchen Sie, mehr für sich rauszuholen. Ist eine Gehaltserhöhung nicht drin, gibt es schließlich auch noch Alternativen. Wir verraten Ihnen, welche Strategien bei Gehaltsverhandlungen den größten Erfolg versprechen.

Gute Vorbereitung ist wichtig

Mit dem Vorgesetzten über Geld zu reden, kann einen schon ganz schön nervös machen. Dennoch ist es nicht besonders schlau, das Anliegen spontan vorzubringen, weil man sich zufällig in diesem Moment an das Thema herantraut. Denn es kann sein, dass der Chef zufällig genau in diesem Moment so gar keine Zeit dafür hat und Sie schon deshalb "auflaufen" lässt. Deshalb: Lassen Sie sich auf jeden Fall einen konkreten Termin bei ihm geben und – falls Sie nicht zu nervös sind – dann sagen Sie auch vorher schon, worum es geht, damit der Vorgesetzte ebenfalls die Chance hat, sich auf das Gespräch vorzubereiten. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass er um Aufschub bittet, damit er sich Ihre Leistungen erst in Ruhe anschauen kann.

Sie sollten sich ähnlich vorbereiten, wie Ihr Chef es tut: erstellen Sie eine Leistungsbilanz. Zählen Sie Ihre Erfolge auf, notieren Sie, welche Erfolge Sie vorzuweisen haben und auch, welches Ihre besonderen Eigenschaften sind, die Sie so wertvoll für das Unternehmen machen. Erstellen Sie diese Leistungsbilanz schriftlich und nehmen Sie sie mit zu diesem Gespräch. Die Liste wird sicher Eindruck machen.

Sie sollten auch eine Antwort auf die Frage haben, in welcher Größe sich die Gehaltserhöhung bewegt, die Ihnen vorschwebt. Auf keinen Fall sollten Sie ohne eine Zahl in dieses Gespräch gehen. Natürlich wird Ihr Chef versuchen Sie runterzuhandeln, aber wenn Sie nicht wissen, was Sie wollen, dann werden Sie gar nichts oder nur das Minimum kriegen.

Wenn Ihr Chef das Gehalt partout nicht erhöhen will, sollten Sie ihm Alternativen anbieten. Schließlich gibt es auch noch andere Möglichkeiten, als einfach nur das Jahresgehalt anzuheben. Beispielsweise erfolgsabhängige Prämien. Das hat für Ihren Chef den Vorteil, dass er wirklich nur zahlen muss, wenn Sie das versprochene Ziel auch erreicht haben. Weitere Alternativen zu einer Gehaltserhöhung sind die Übernahme von Weiterbildungskosten, ein Firmenhandy, ein Dienstwagen, Kindergartenzuschüsse, Tank- oder Warengutscheine... erkundigen Sie sich, was in Ihrer Firma möglich und üblich ist. Und auch wenn Ihnen eine satte Gehaltserhöhung sicher lieber wäre: Solche Goodies sind auch nicht zu verachten, denn sie sind größtenteils steuer- und sozialabgabenfrei. (Marzena Sicking) / (map)

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