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Festplatten: Preise ziehen wieder an

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Im 3-Wochen-Rückblick hält der HEK für Desktop-Festplatten ein relativ stabiles Niveau. Als Ausreißer nach oben können aber 500-GByte- und 1,5-TByte-Laufwerke gelten, die um 7 bzw. 14 Prozent teurer wurden. Beide Größen sind derzeit schlecht verfügbar. Dies gilt auch für 750-GByte-Platten. Da diese Größe allerdings nicht wirklich stark nachgefragt wird, sind hier noch keine nennenswerten Aufschläge zu verzeichnen. Bei 3-TByte-Drives unterbietet dagegen Toshiba in der KW 46 den Mitbewerb um fast zehn Euro. Toshibas DT01ACA300 (7200 U/min, 64 MByte Cache) kaufen Reseller beispielsweise bei Ingram Micro für nicht ganz 107 Euro. Eine Caviar Green oder WD30EURS von Western Digital kosten dagegen ab rund 117 Euro.

Weiter auf Allokation bleiben 4-TByte-Disks. Die gelisteten Preise galten beim Handel bisher als reiner Schätzwert, da in der Regel keine Laufwerke frei verfügbar waren. Ingram listet in der KW 46 eine Hitachi Ultrastar 7K4000 für zirka 385 Euro und WDs WD4000FYYZ zum Aktionspreis von knapp 303 Euro. Zu diesen Kursen dürften sich allerdings nur wenige Interessenten finden.

Im 2,5-Zoll-Lager zeigt die Preistendenz durchschnittlich ebenfalls leicht nach oben. Deutlich angezogen haben 320-GByte-Laufwerke mit 5400 U/min. Kosteten diese Mitte Oktober noch unter 38 Euro, bezahlen Wiederverkäufer dafür aktuell fast 45 Euro (WD3200BUCT). Auch für langsam drehende 1-TByte-Drives müssen Händler wieder mehr ausgeben. Der HEK liegt nun erneut über der 70-Euro-Marke. Schlecht verfügbar sind zudem die Kapazitäten 640 (5400 U/min) und 750 GByte (7200 U/min) sowie schnelldrehende TByte-Platten.

Durchschnittlicher VK steigt stark an

Nach oben geht es auch mit dem durchschnittlichen Angebotspreis für Festplatten und SSDs im Onlinehandel laut heise resale Preisradar. Gegenüber der Vorwoche steigt dieser in der KW 46 um 8,6 Prozent auf rund 109 Euro (brutto). Damit liegen sie aber nur knapp über den Durchschnittspreisen der KW 43. Die beiden meistgesuchten Platten sind derzeit die 3-TByte-Drives WD Red (145,90 Euro 161,94 Euro) sowie Seagate Barracuda 7200.14 (117,30 Euro). Auch wenn die Verkaufspreise aktuell wieder nach oben tendieren ist WDs Red-Laufwerk seit der KW 43 um rund zehn Prozent günstiger geworden.

Kein Preisrückfall in alte Zeiten

Für November und Anfang Dezember erwartet die Distribution eine anhaltend gute Nachfrage. Die Verfügbarkeit sollte eigentlich gegeben sein. Anfang des Quartals erklärt Bernd Breinbauer, Director Central Europe bei Seagate Technology, im Gespräch mit heise resale, dass "die Industrie noch mehr Kapazität auf Lager hat als der gemeldete Bedarf. Es ist schwer einzuschätzen, wann sich dieses Bild wieder ändert." Fast alle Anbieter hatten sich ein Sicherheitspolster zugelegt.

Der Hoffnung einiger Markteilnehmer auf weitere Preisreduzierungen erteilt Breinbauer jedoch eine Absage: "Wir sehen keinen Rückfall auf die Preisebene von vor der Flut. Wir schließen auch punktuelle Engpässe nicht aus, sobald sich die Lagerbestände im Handel abgebaut haben." Zudem wollen die Hersteller ihre Supply Chain weiter optimieren. Denn eine realistische Einschätzung des Bedarfes sieht Breinbauer als Grundlage für die Entwicklung eines "gesunden" Preisniveaus.

Nachdem im dritten Quartal über 11 Prozent weniger Festplatten verkauft wurden als im Q2, müsste die Industrie die Produktion bereits reduziert haben. Aktuell sieht es so aus, als ob der Lagerbestand allmählich abgebaut wird. Daher sei bis Weihnachten eher nicht mehr mit nachhaltig fallenden Preisen zu rechnen. Erfahrungsgemäß sinken die Preise aber über die Weihnachtsfeiertage bis der Markt Mitte Januar wieder anläuft. (map)

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