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Job im Ausland: Miete nicht absetzbar

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Dieser Aufenthalt dauerte länger als geplant: Ein Steuerzahler war von seinem Arbeitgeber zunächst für den Zeitraum von drei Jahren zu einer ausländischen Tochtergesellschaft entsendet worden. Anders als ursprünglich geplant, wurde diese Tätigkeit mehrmals verlängert, so dass er statt drei Jahren insgesamt mehr als fünf vor Ort war. Seine Familie war gemeinsam mit ihm umgezogen und kehrte mit ihm anschließend auch wieder nach Deutschland zurück.

Eine Anlaufstelle gab es in der alten Heimat schon, denn der Manager hatte nicht nur seinen alten Job, sondern auch die alte Wohnung behalten. Diese hatte die Familie trotz Auslandsaufenthalts nicht gekündigt. Dies machte sich auch in der Steuererklärung bemerkbar: Der Steuerzahler wollte Werbungskosten von insgesamt 24.891 Euro geltend machen. Dabei handelte es sich vor allem um die Mietaufwendungen für die Wohnung im Ausland sowie die Aufwendungen für Fahrten zwischen der dortigen Wohnung und Arbeitsstätte. Hauptwohnsitz war nach Ansicht des Steuerzahlers weiterhin Deutschland. Die Mietaufwendungen im Ausland seien also im Rahmen einer befristeten Auswärtstätigkeit bzw. doppelten Haushaltsführung entstanden. Weil das Finanzamt den Abzug verweigerte, landete der Fall vor Gericht.

Das Finanzgericht Düsseldorf bestätigte jetzt die Auffassung des Finanzamts (Urteil vom 14.1.2013, Az.: 11 K 3180/11 E): Die ausländische Tätigkeitsstätte sei in diesem Fall als regelmäßige Tätigkeitsstätte anzusehen, auch wenn eine Rückkehr an den vorherigen Arbeitsplatz von Anfang an geplant gewesen sei. Unter anderem auch deshalb, weil der Mann für die Dauer des Aufenthalts einen Arbeitsvertrag mit der ausländischen Tochtergesellschaft abgeschlossen hatte, der ursprüngliche Vertrag in dieser Zeit also ruhte. Bei einer Entsendung über mehrere Jahre könne außerdem grundsätzlich nicht mehr von einer vorübergehenden Auswärtstätigkeit gesprochen werden. Daher seien die Mietaufwendungen nicht als Werbungskosten abzugsfähig, auch bei den Fahrtaufwendungen sei lediglich die Entfernungspauschale zu gewähren. (gs)

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