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Knappe Verfügbarkeit hält SSD-Preise in Schach

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Das SSD-Geschäft wächst und wächst. Der Absatz entwickelt sich auch 2013, wie erwartet, sehr positiv. Weniger gut ist es um die Liefersituation bestellt. "Einige Modelle sind seit Wochen allokiert", erklärt Alexander Spohr, BU Manager PCC bei Tech Data. "Dies drückt einerseits die Umsatzerwartung, anderseits verbessert sich die zu erzielende Marge." Die Nachfrage sei weiterhin sehr gut und auch immer noch ein überdurchschnittliches Wachstum erkennbar.

"Vor allem die Verfügbarkeit von Intel- und Crucial-SSDs ist nicht optimal", ergänzt Florian Gerken, Senior Manager Components bei Ingram Micro. "Am stärksten nachgefragt werden weiterhin Laufwerke mit Kapazitäten von 120/128 bzw. 240/256 GByte."

Samsung bestimmt den SSD-Markt

Am besten verkaufen sich seit Monaten Samsung-SSDs. Die Koreaner haben sich mit sehr viel Engagement zum Marktführer entwickelt. Dies belegt auch immer wieder das heise resale Preisradar. Am meisten gesucht sind nach wie vor Samsungs 840 Pro 256GB (193,74 Euro brutto) und SSD 840 mit 250 GByte (143,76 Euro). Der Angebotspreis beider Laufwerke im Onlinehandel lässt sich im 5-Wochen-Rückblick mit einem Abschlag von drei bis vier Prozent als stabil bezeichnen. Der durchschnittliche Preis für Festplatten und SSDs steigt seit der KW 5 von rund 100 auf etwas über 106 Euro.

In wie weit sich das Quartalsende und Ostern auf den Absatz auswirken, muss sich zeigen. "Feiertage und Ferien belasten traditionell das gesamte Komponentengeschäft", meint Tech-Data-Manager Spohr. "Einen besonderen Einfluss auf SSDs sehen wir aber nicht."
"Wir erwarten ein stabile Entwicklung im März, die den leicht positiven Februar-Trend fortführen wird", sagt Felix Böving, Head of Business Unit Storage bei Also. "Ostern sowie die Saisonalität im zweiten Quartal werden voraussichtlich zu einer Verlangsamung des Wachstums führen, der Trend bleibt aber positiv."

SSDs auf der CeBIT 2013

Die CeBIT brachte in Sachen SSDs keine neuen Erkenntnisse. Es gab einige Neuvorstellungen und zum Beispiel von Buffalo und Promise externe SSDs mit Thunderbolt-Anschluss. Buffalos Drive Station Mini kommt mit zwei Laufwerken, in die Pegasus J4 passen vier SSDs. Am Messestand wurden Leseraten von 740 bis 800 MByte/s erreicht. Als Zielgruppe sehen beide Hersteller vor allem mobile Mac-User, die beispielsweise für Videoschnitt einen schnellen Speicher für unterwegs benötigen.

Diskutiert wurde zudem, in wie weit sich die Geschäfte und die vorhandene Anbietervielfalt entwickeln. Richtig Geld verdiene momentan nur Samsung, war hinter vorgehaltener Hand zu hören. Der Vorteil der Koreaner, sie sind erfolgreich als Chip- und Laufwerkslieferant unterwegs. Viele Hersteller würden dagegen nicht nur ihr Label auf ihre SSDs kleben, sondern auch Geld. Verramscht werden die Laufwerke zwar nicht, aber kleinere Anbieter, ohne wohlklingenden Markennamen oder einschlägigen Retail-Kontakten, müssen sich über den Preis definieren.

Eine Marktkonsolidierung wird für 2013 aber noch nicht erwartet. Dafür sei das Segment weiterhin groß genug. Auch könnten Stand heute große PC-Hersteller noch gar nicht im großen Stil bedient werden. Es werden zwar immer mehr Rechner mit integrierter SSD angeboten, aber dabei handelt es sich eher um kleinere Aktionen. Vor allem im Desktop-Bereich sind SSDs noch ein relativ exklusives Betätigungsfeld für den Fachhandel. (map)

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