Mehr Geld spornt nicht zu mehr Leistung an

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Wer Fach- und Führungskräfte zu mehr Leistung anspornen will, kann die Geldbörse stecken lassen: Die Wahrscheinlichkeit, dass diese sich von einer Gehaltserhöhung nicht motiviert, sondern nur unter Druck gesetzt fühlen, ist hoch. Leistungssteigernd wirkt nämlich nicht das Geld, sondern der Spaß an der Arbeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie zum Thema Arbeitsmotivation, die von der Online-Jobbörse StepStone in Kooperation mit der Unternehmensberatung Hay Group durchgeführt wurde.

So sagte jeder zweite der insgesamt 18.000 befragten Fach- und Führungskräfte in Deutschland, dass er sich durch eine Gehaltserhöhung nicht zusätzlich anspornen lassen würde. Jedenfalls nicht, solange diese nicht überdurchschnittlich hoch ausfällt. Erst wenn der Sprung mindestens 20 Prozent beträgt, ist eine nachhaltig leistungssteigernde Wirkung zu erwarten.

Auch variable Vergütungsanteile, die so oft als besonders gerecht und daher auch überdurchschnittlich motivierend betrachtet werden, fallen in dieser Umfrage durch. Jeder Vierte sagt, dass ihn das gar nicht motiviert. Beträgt der variable Vergütungsanteil mehr als 30 Prozent des Gehalts, wird er sogar eher als Last denn als Ansporn gesehen, so die Aussage von 56 Prozent der Umfrageteilnehmer. Tatsächlich hat fast jeder zweite Befragte einen variablen Gehaltsanteil, 47 Prozent haben die gesetzten Ziele in den letzten drei Jahren auch zu 100 Prozent oder mehr erreicht. Dennoch halten nur 25 Prozent der Befragten diese Art der Bezahlung für gerecht, nur 29 Prozent würden sich freiwillig für eine variable Vergütung entscheiden.

Natürlich spielt Geld dennoch eine wichtige Rolle: Ein angemessener Verdienst ist für 56 Prozent der Befragten sehr wichtig. Verwunderlich, dass es nicht deutlich mehr sind. Ein gutes Gehalt ist also entscheidend, wenn es darum geht, welcher Job angenommen wird. Für die Motivation im beruflichen Alltag spielt der finanzielle Aspekt aber keine entscheidende Rolle mehr. Ob der Mitarbeiter zufrieden und bereit ist, sich voll reinzuhängen, ist eher eine Frage der Emotionen: Wenn die Arbeit Spaß macht, das Arbeitsumfeld angenehm und die Kollegen nett sind, ist das der größte Ansporn. Und natürlich spielt es auch eine große Rolle, ob der Vorgesetzte fair ist und die Leistungen anerkennt. So wäre ein schlechtes Arbeitsklima für 86 Prozent der Befragten ein Grund, um sich nach einer anderen Arbeitsstelle umzuschauen. Die Aussicht auf ein mindestens 20 Prozent höheres Gehalt könnte hingegen nur 29 Prozent der Fach- und Führungskräfte zu einem Wechsel bewegen.

Fazit: Wer qualifiziertes Personal für sich gewinnen will, sollte nicht mit möglichen Gehaltssteigerungen und variablen Vergütungsanteilen locken, sondern das Geld lieber gleich in ein attraktives Einstiegsgehalt umwandeln. Investieren muss man danach nur noch in ein gutes Arbeitsklima.