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Soziale Netzwerke sind schuld an schlechten Umgangsformen im Job

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Die Digitalisierung der Gesellschaft verändert unser Leben. Besonders stark sind die Auswirkungen im Bereich der Arbeitswelt, das zeigt eine im Auftrag der Internet World Messe vom Institut ibi research an der Universität Regensburg durchgeführte Befragung unter 1.000 Experten der Internetbranche.

Die Ergebnisse sind eindeutig: 69 Prozent der Befragten warnen vor Nachteilen der zunehmenden Digitalisierung, nur 31 Prozent glauben, dass es keine gibt. Zu den typischen negativen Effekten zählen die Kritiker die fehlende Trennung von Beruflichem und Privatem, die Abnahme der Höflichkeitsformen im (anonymisierten) Umgang mit anderen Menschen sowie Konzentrationsschwächen. Außerdem wurden ein permanenter Zeitdruck, die Informationsüberflutung, Urheberrechtsprobleme und die Erwartungshaltung der ständigen Erreichbarkeit genannt. Einige der Experten glauben sogar, dass die Digitalisierung zu gesundheitlichen Problemen führen kann.

91 Prozent sehen die größten Einflüsse durch die Digitalisierung in der Arbeitswelt und damit sind nicht die technischen Strukturen gemeint. 79 Prozent der Experten haben ein verändertes Verhalten der Arbeitnehmer im Arbeitsalltag durch die häufige Nutzung von Sozialen Medien festgestellt. Zu den positiven Aspekten gehören eine größer werdende Kommunikationsbereitschaft und Transparenz. Zu den negativen vor allem mangelnde Höflichkeit und sinkende Aufmerksamkeit der Arbeitnehmer.

Vor allem bei Jüngeren sei das besonders oft anzutreffen, sagten 85 Prozent der Befragten. Überraschend sei das aber nicht: Es gäbe schon bei der Vorbereitung auf die Arbeitswelt in Schule, Studium und Ausbildung große Defizite und auch die Eltern kämen hier oftmals ihren Pflichten nicht nach. Das Ergebnis dürfen dann die Chefs ausbaden: Die jungen Arbeitnehmer haben vor allem Nachholbedarf bei den Themen Respekt (60 Prozent) und in Bezug auf ihre Umgangsformen (55 Prozent). Zudem sehen die Experten es als problematisch an, dass die Nutzung sozialer Netzwerke am Arbeitsplatz weiter zunimmt und damit die Konzentration auf die eigentlichen Aufgaben im Job sinkt.

Interessant: Dem eigenen Kind würden 28 Prozent der Befragten aufgrund ihrer Studien erst ab einem Alter von 15 Jahren die Nutzung Sozialer Netzwerke erlauben, 46 Prozent aber auch schon in einem Alter von 11 Jahren. Zugleich würden sich 17 Prozent ein von der Politik definiertes Mindestalter für die Nutzung dieser Medien wünschen.

Weitere Ergebnisse der Umfrage: Nur 12 Prozent der Befragten haben keinerlei Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit beim Online-Einkauf. Schlechte Erfahrungen hat bisher schon jeder Achte gemacht, dazu zählte die Zusendung von unerlaubten Werbemails, aber auch Kreditkartenmissbrauch. Zwei Drittel glauben, dass die Möglichkeit einfacher Retouren zu mehr Umsatz im Online-Handel führt. Mehr als die Hälfte der Experten nutzt schon einen Tablet-PC. Allerdings hat das Arbeiten mit Tablet-PC hierbei nur eine geringe Bedeutung, die Geräte werden vor allem für den Online-Einkauf eingesetzt. (map)

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