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Speicherpreise unerwartet stabil – aber auf niedrigem Niveau

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Seit März hält der HEK für Speichermodule ein relativ stabiles Niveau, mit einem leichten Trend nach oben. Für das Segment ist dies eine Verschnaufpause, die zwar prophezeit wurde, aber so richtig daran geglaubt hatten eigentlich nur wenige. Noch vor einem Jahr verloren die Speicherpreise zweistellig. Doch auch wenn es derzeit nach einer Trendwende nach oben aussieht, das Preisniveau von damals dürfte nicht wieder erreicht werden. So kostete beispielsweise ein DDR3-1333-Riegel mit zwei GByte zirka 14,19 Euro. Momentan zahlen Reseller dafür nur 10,65 Euro. Waren vor zwölf Monaten noch vor allem zwei GByte die gefragte Größe, kaufen Händler und Anwender nun bevorzugt 4-GByte-Speicher. Lagen diese damals bei rund 27 Euro, kaufen Reseller Markenmodule aktuell ab zirka 17 Euro.

Im Monats-Rückblick bewegen sich die HEKs um ein bis zwei Prozent rauf oder runter. Gegenüber dem Jahreswechsel ist jedoch ein deutlicher Schub nach oben erkennbar. Seit der KW 1 sind beispielsweise DDR3-1333-Kits mit vier GByte um rund 18 Prozent und acht GByte um fast neun Prozent teurer geworden. Bei vergleichbaren DDR3-1600-RAMs liegt die Erhöhung zwischen 12 und 20 Prozent. Gefallen sind dagegen die noch nicht so gefragten DDR3-1866-Speicher, die Händler seit Jahresanfang zwischen drei und zehn Prozent günstiger einkaufen.

Eine hohe Nachfrage herrscht weiterhin nach Modulen des Typs DDR2-667 bzw. DDR2-800. Hier beträgt die Preiserhöhung zwischen 25 und über 40 Prozent. Lag in der KW 1 der HEK für DDR2-800-Riegel mit zwei GByte noch etwas über 20 Euro, müssen Reseller dafür nun rund 27 Euro veranschlagen. Vier GByte sind von knapp 41 auf 59 Euro gestiegen. Nachdem die Chip-Produzenten die Fertigungskapazitäten zugunsten von DDR3 reduziert haben, sind bei DDR2-RAMs weitere Aufschläge zu erwarten.

Gegenüber der Vorwoche steigt im heise resale Preisradar der durchschnittliche Angebotspreis im Onlinehandel minimal auf 45,29 Euro (brutto). Im 4-Wochen-Rückblick zeichnet sich ein moderater Aufwärtstrend ab. Einen Wechsel gibt es im Top-10-Ranking: Das am meisten gesuchte Speichermodul ist in der KW 19 das 8-GByte-Kit Corsair Vengeance Low Profile (DDR3-1600/41,88 Euro). Auf den Rängen zwei und drei folgen die DDR3-1333-Kits mit je acht GByte Teamgroup Elite PC3-10667U (26,90 Euro) sowie G.Skill PC3-10667U (31,87 Euro).

Das teuerste Modul im Ranking ist das 16-GByte-Kit Corsair Vengeance Low Profile schwarz PC3-12800U, das im Schnitt aktuell 104,44 Euro kostet. Dagegen beläuft sich, mit dem Kingston ValueRAM 4GB PC3-10667U (DDR3-1333), der preiswerteste Speicher auf 15,31 Euro.

Die Nachfrage bezeichnet die Distribution insgesamt als gut und auch die Verfügbarkeit sei über alle Hersteller hinweg gegeben. Traditionell orientieren sich die HEKs im zweiten Quartal nach unten, momentan sind dafür aber noch keine Anzeichen erkennbar. Kritiker merken allerdings an, dass immer noch zu viel Ware im Umlauf sei, die die Preisgestaltung unter Druck setze. Optimisten erwarten, dass die Einführung Intels neuer CPU-Generation Ivy Bridge den Speicherabsatz zusätzlich ankurbelt. Die neuen Prozessoren sind aber zunächst nur in geringen Stückzahlen erhältlich. Daher wird sich der Einfluss wohl erst im Laufe der zweiten Jahreshälfte spürbar bemerkbar machen. Auf Grund der bevorstehenden Feiertags- und Urlaubssaison sind deutliche Preissprünge in den kommenden Wochen eher nicht zu erwarten.

Einen Ausblick in die Zukunft gewährt Micron. Der Hersteller hat damit begonnen seine Partner mit DDR4-Modulen zu bemustern. Die Serienproduktion soll noch 2012 anlaufen. Im kommenden Jahr will das Unternehmen mit dem Vertrieb beginnen und hat dabei vor allem den Server- und Workstation-Markt im Visier. Noch ist die Finalisierung der DDR4-Spezifikation durch die JEDEC nicht abgeschlossen. Micron plant aber als einer der ersten Hersteller die Zertifizierung zu erreichen. Allerdings haben Hynix und Samsung bereits vor längerem erste Prototypen vorgestellt.

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