Umsätze verlagern sich vom Filialhandel ins Internet

Schlechte Nachrichten für den stationären Handel: Online einzukaufen wird immer beliebter. Daran ändern auch Sonderaktionen mit Billigangeboten im Handel nichts.

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Von
  • Marzena Sicking

Dem stationären Handel laufen die Kunden weg: Laut einer Studie des Beratungsunternehmens PwC geben die Käufer bereits 30 Prozent ihres Konsumbudgets nur online aus, in manchen Segmenten sind es sogar schon mehr als 50 Prozent und es wird immer mehr. Laut der Analyse wird der Online-Markt in Zukunft um etwa acht Prozent pro Jahr wachsen. Ausgehend von dem auf 21 Milliarden Euro geschätzten Marktvolumen in 2011, würde der Online-Umsatz in Deutschland demnach schon 2015 eine Höhe von etwa 25,7 Milliarden erreichen. Diese Summe entfällt allein auf den Handel mit tatsächlich greifbaren Produkten. Downloads digitaler Produkte wie Musik, Software oder Online-Käufe von Dienstleistungen wie Reisen oder Flugtickets wurden noch gar nicht berücksichtigt.

Wie die Befragung von 1.000 Online-Kunden ergab, wollen 54 Prozent von ihnen in Zukunft noch öfter als bisher online einkaufen. Rund ein Drittel der Befragten haben in den letzten zwölf Monaten das erste Mal online eingekauft und offenbar großen Gefallen daran gefunden. Die Begeisterung für den Einkauf im Internet betrifft dabei nicht nur das so oft als Beispiel für Online-Shopping genannte Modesegment, sondern auch den IT- und UE-Handel. Hier werden knapp 50 Prozent der entsprechenden Budgets in Online-Shops ausgegeben.

Dabei sind die Kunden nicht – wie von den meisten Händlern befürchtet – immer nur auf der Suche nach dem billigsten Angebot. Es ist vielmehr der Komfort, der sie lockt. Für 84 Prozent ist der Einkauf ohne Ladenöffnungszeiten das wichtigste Argument für den Online-Kauf. An zweiter Stelle folgt der einfachere Produktvergleich (75 Prozent). Die Konsumenten gaben an, dass sie das gewünschte Produkt online einfach schneller finden. Erst dann folgt der günstigere Preis (60 Prozent) als Anreiz.

Abgeschrieben ist der stationäre Handel bei den Kunden aber noch lange nicht – im Gegenteil. Hier scheint sich sogar eine Trendwende abzuzeichnen. Während sich bisher vor allem die Ladeninhaber darüber beklagten, dass sich die Kunden bei ihnen beraten lassen und dann doch online einkaufen, nehmen die Verbraucher jetzt gerne den umgekehrten Weg: sie informieren sich im Internet über die Produkte und kaufen dann doch lieber im Laden. Die meisten wünschen sich allerdings, sie müssten die Einkäufe dann nicht nach Hause schleppen, sondern könnten sie sich – wie beim Online-Einkauf – einfach nach Hause liefern lassen. (map)
(masi)