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Wortmann baut Cloud-Rechenzentrum

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Die Wortmann AG steigt in das Cloud-Geschäft ein. Der Hersteller und Distributor aus Hüllhorst baut am Firmenstandort ein Rechenzentrum, um künftig Rackvermietung/Hosting, Servermiete/Colocation hosting, Software as a Service sowie Infrastructure as a service anbieten zu können. Als beratender Partner steht Intel dem Unternehmen zur Seite. Die erste Ausbaustufe wird, so Vorstandsvorsitzender Siegbert Wortmann gegenüber Heise resale, Mitte kommenden Jahres errichtet sein. „Die Fertigstellung hängt auch ein wenig mit der Witterung im Winter zusammen. Sollte es sehr frostig werden, kann sich die erste Ausbaustufe auch um ein paar Wochen verzögern.“

Der Start für das Neubauprojekt fand am Freitag vergangener Woche im Beisein von Intel-Managern statt. Firmengründer Siegbert Wortmann griff zur Maurerkelle und betonierte eine Zeitkapsel aus Kupfer in einen Baustein der Außenmauer ein. In der Kapsel befinden sich ein Firmenprofil, Euromünzen und eine aktuellen Tageszeitung. An der Grundsteinlegung zum Rechenzentrum „Terra Channel Cloud“ nahmen Intel-Manager aus den USA, aus England und Deutschland teil: Marketing-Director EPSD Dave Brown, General Manager EPSD Noury Al-Khaledy und Sam Bellamy, Channel Sales Manager EU sowie Andreas Seus, Channel Server Sales Director EU, Jörg Mueller, Channel Field Sales Engineer und Mike H. Cato, der den Reseller Channel in Deutschland und Österreich leitet.

Vollausbau: Platz für 550 Racks

Für die erste Ausbaustufe investiert die Wortmann AG drei Millionen Euro. Ausgestattet wird dieser Teil des Rechenzentrums mit 50 Racks oder 2400 1HE Servern bei einer maximalen Spannungsversorgung von 400 KV. Anfangs, so Wortmann, „werden wir für das Rechenzentrum wohl sieben bis acht neue Mitarbeiter benötigen“. Nach dem Endausbau wird auf mehr als 2000 Quadratmetern Platz sein für 550 Racks oder 26000 1HE Server. Insgesamt kalkuliert das Unternehmen beim Vollausbau mit einem Aufwand von etwa 15 Millionen Euro. „Das investieren wir aus Eigenmitteln“, fügt der Vorstandschef hinzu. Denn: „Wir erwarten auch in diesem Jahr wieder einen Umsatzzuwachs um die zehn Prozent“. Im vergangenen Geschäftsjahr setzt Wortmann mit rund 450 Mitarbeitern etwa 470 Millionen Euro um.

Zur Begründung dieses Projektes betont Wortmann, dass das Unternehmen sowohl für seine Partner einstehe, wie auch für den Produktions- und Ausbildungsstandort Deutschland. „Wir wollen weiterhin hier in der Region Ostwestfalen-Lippe leben und arbeiten. Dies und der Blick in die Zukunft haben uns dazu veranlasst, das neue Rechenzentrum zu errichten, um unsere Kunden und Partner für zukünftige Aufgaben zu rüsten.“ Außerdem sei es ihm wichtig, dass mit dem Standort des Rechenzentrums in Deutschland auch Datensicherheit der Kunden gewährleistet ist.

Amortisation nach zehn Jahren

Die ersten Ideen für das Rechenzentrum seien laut Wortmann bereits vor zwei Jahren entwickelt worden, als immer öfter über Cloud-Lösung diskutiert wurde. Ernst mit den Planungen sei es vor etwa einem Jahr geworden. „Da haben wir unsere Vorstellungen konkretisiert.“ Außerdem wolle man diesen Service anbieten, „bevor unsere Kunden dies fordern“. Die Wortmann AG werde, so der Vorstandschef, die Rechenzentrumsleistungen nicht nur selbst und in Zusammenarbeit mit Intel anbieten, sondern auf Wunsch auch anderen Herstellern zur Verfügung stellen. Dabei rechnet er damit „dass dies vor allem unsere Lieferanten sein werden“. Und natürlich soll sich das Investment amortisieren: „Aber zehn Jahre kann das schon dauern“, fügt der 57jährige Firmenchef hinzu. (gs)

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