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Wie hackt man Trumps Telefongespräche?

Lesetipp
Wie hackt man Trumps Telefongespräche?

Der US-Präsident wird angeblich belauscht und die Security-Szene spekuliert, wie das wohl möglich wäre. Wer kennt noch Rhyolite?

Die New York Times berichtet, dass die privaten Telefongespräche des US-Präsidenten angeblich von den Chinesen abgehört [1] werden, um ihn gezielt beeinflussen zu können. In der Security-Szene haben sich daraufhin interessante Diskussionen [2] entsponnen, wie das wohl realisiert werden kann.

Die offensichtlichen Möglichkeiten wurden dabei schnell verworfen: Wanzen auf den Endgeräten und aktive Angriffe auf die Funkstrecke zwischen Telefon und Mobilfunk-Provider sind zwar prinzipiell möglich. Doch die Rede ist vom Präsidenten der USA, dessen Kommunikation unter anderem von FBI und NSA geschützt wird. Eine Trojaner-App auf dem Smartphone oder ein tragbarer Mobilfunk-Mast hinter dem Oval Office sind da zu auffällig. Ähnliches gilt auch für aktive Angriffe über das Signalisierungsprotokoll SS7 [3].

Mobilfunk-Provider im Visier

Wahrscheinlicher ist schon ein grundsätzliches Problem in der Verschlüsselung von LTE [4], was etwa Krypto-Prof Matthew Green nicht ausschließen mag. Damit würde schon ein passives Belauschen der Funkstrecke genügen.

Doch die plausibelsten Theorien zielen auf die Infrastruktur der Mobilfunkt-Provider. Insbesondere die Kommunikation zwischen den Sendemasten [5] wurde als potentielle Schwachstelle identifiziert. Wusstet ihr, dass die NSA unter dem Decknamen Rhyolite [6] zum Abhören solcher Kommunikation eigene Spionage-Satelliten in geostationäre Bahnen geschossen hat? Da müsste man heute wohl ein bisschen mehr Aufwand treiben – aber unmöglich erscheint das nicht. Alles in allem ist das ein schönes Beispiel, warum wir starke Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für jedermann brauchen. (ju [7])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4203393

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.nytimes.com/2018/10/24/us/politics/trump-phone-security.html
[2] https://twitter.com/alexstamos/status/1055232723206463489
[3] https://www.heise.de/meldung/31C3-Mobilfunk-Protokoll-SS7-offen-wie-ein-Scheunentor-2506892.html
[4] https://twitter.com/matthew_d_green/status/1055283451568574464
[5] https://twitter.com/esizkur/status/1055387677179158528
[6] https://en.wikipedia.org/wiki/Aquacade_(satellite)
[7] mailto:ju@ct.de