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Angst vor Trojaner stoppt Emissionsrechtehandel in Österreich [Update]

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Die Angst vor einem phishenden Trojaner hat am Donnerstag zum Stopp des Handels mit Emissionsrechte-Zertifikaten in Österreich geführt. Das Umweltbundesamt und die im Eigentum der Elektrizitäts- und Finanzbranche stehende ECRA Emission Certificate Registry Austria GmbH haben kurzerhand den Online-Zugriff für alle Marktteilnehmer gesperrt.

Dies wird mit einer nicht näher spezifizierten Bedrohung im Zusammenhang mit einem von Symantec als "Infostealer.Nimkey" bezeichneten Trojaner begründet. Dieser Schädling befällt ausschließlich Microsoft-Windows-Systeme. Er sammelt private Schlüssel, Tastatureingaben sowie Inhalte aus der Zwischenablage und übermittelt sie online. Symantec stuft das Risiko als "sehr niedrig" ein und sieht nur eine geringe Verbreitung von Nimkey.

In Deutschland war es Kriminellen Anfang des Jahres gelungen, sich über Phishing-Mails Zugang zu den Datenbanken der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) zu verschaffen, in denen offizielle Einträge zu Emissionsrechten einzelner Unternehmen hinterlegt sind. Die Täter übertrugen anschließend Emissionsrechte im Wert von 3,2 Millionen Euro auf Konten vor allem in Dänemark und Großbritannien. Die Betreiber einer mittelständischen Papierfabrik aus Niedersachsen, der 88.000 Emissionsrechte geklaut wurden, reichte Ende September Klage gegen die DEHSt wegen unzureichender Sicherheitsstandards ein.

Update: Es stellt sich heraus, dass auch das deutsche Emissionshandelsregister offline ist. Die Vorsichtsmaßnahmen gehen offenbar auf eine Warnung des Environment Directorate-General der Europäischen Kommission zurück. Weitere Hintergründe dazu ließen sich bislang nicht in Erfahrung bringen. (Daniel AJ Sokolov) / (ju)