Avira fordert Android-Nutzer auf, Schutzfunktion zu deaktivieren

Die Antivirenfirma hat einen App-Store gestartet, in dem ausschließlich auf Virenbefall geprüfte Apps angeboten werden sollen. Bevor man ihn nutzen kann, muss man unter Android allerdings eine elementare Schutzfunktion des Systems abschalten.

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Um den "einzigen sicheren App Store" benutzen zu können, muss man Android unsicher konfigurieren.

"Erhöhen Sie den Schutz Ihres Androids mit dem Avira AppStore" – so bewirbt der deutsche Antivirenhersteller Avira seinen neuen Softwarekatalog mit einer Auswahl virengeprüfter Apps aktuell per Newsletter. Tatsächlich erreicht man aber erst mal das Gegenteil, wenn man den Instruktionen auf der Download-Seite folgt. Um den Store nutzen zu können, muss man unter Android nämlich die Installation von Apps aus unbekannten Quellen freischalten. Damit öffnet man nicht nur den von Avira geprüften Apps, sondern auch Malware aller Art Tür und Tor.

Android-Schädlinge verirren sich nur äußerst selten in den Play Store, da sie der Betreiber Google vor dem Freischalten einer automatischen Prüfung unterzieht. Wie wenige das sind, hat der AV-Hersteller F-Secure vor einiger Zeit offengelegt: von knapp 30.000 Malware-Samples, die das Unternehmen im vierten Quartal 2012 untersucht hatte, stammten gerade einmal 146 aus dem Google Play Store.

Wer die Installationsanleitung von Avira befolgt, darf sich von Sicherheitswarnungen des Betriebssystems nicht abschrecken lassen.

Die meisten Schädlinge lauern also außerhalb. In alternativen App-Katalogen, Foren, Tauschbörsen und Co. Sie können nur auf das System gelangen, wenn man die Installation von Apps aus unbekannten Quellen aktiviert hat – genau so, wie es Avira fordert. Insbesondere für unerfahrene Anwender ist diese Option, die standardmäßig inaktiv ist, ein wirkungsvoller Schutz. (rei)