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Security

BKA orakelt: Angriffe auf Smartphones werden zunehmen

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BKA-Präsident Jörg Ziercke wiederholte bei einem Forum zur Internetkriminalität in München am Mittwoch seine Warnung, dass Smartphones zunehmend ins Visier von Kriminellen rücken. Im Gegensatz zu Computern seien die Smartphones meist rund um die Uhr eingeschaltet und böten Kriminellen hervorragende Möglichkeiten, um zum Beispiel Kreditkartendaten abzugreifen, sagte Ziercke. "Je mehr die mobilen Endgeräte als Bezahlsystem genutzt werden, desto mehr wird das die Zukunft sein." Zugriff zu den Handys mit Internetzugang verschafften sich die Hacker beispielsweise über manipulierte Applikationen (Apps), die sich die Besitzer aus dem Internet auf ihr Gerät laden, erläuterte Ziercke.

Derzeit geht von Schädlingen, die es auf Smartphones abgesehen haben, allerdings noch keine echte Gefahr aus. Dies geht auch aus dem Lagebild Cybercrime 2010 (PDF), das das BKA im vergangenen Juni veröffentlicht hat. Neben einer ZeuS-Version für Smartphones, die im Herbst vergangenen Jahres in Polen, Spanien und der Türkei gesichtet wurde, werden dort lediglich zwei weitere Schadprogramme erwähnt, die nach der Infektion des Rechners auch noch das Mobiltelefon des Opfers infizieren wollten.

Die überschaubare Anzahl von Schädlingen dürfte damit zusammenhängen, dass es sehr komplex ist, einen Schädling zu entwickeln, der neben dem Rechner auch noch das Smartphone des Opfers mit Schadcode infiziert. Dieses Gespann könnte ein Angreifer dazu nutzen, um etwa eine per SMS verschickte TAN für eine Online-Banking-Transaktion abzufangen. Befällt eine Schadsoftware nur das Smartphone, kann sie dort derzeit nicht viel holen, da nur wenige Nutzer das Handy als Zahlungsmittel einsetzen. (mit Material von dpa) / (rei)