BSI will TLS 1.2 als Mindeststandard für den Bund

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt den Behörden des Bundes den Einsatz von TLS 1.2 in Verbindung mit Perfect Forward Secrecy. Zur Not dürfen sie allerdings auch das unsichere TLS 1.0 verwenden.

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Ein "Mindeststandard" muss nicht das sein, was der Begriff nahelegt. Wenn das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine solche Norm definiert, dann handelt es sich zunächst um eine "unverbindliche Empfehlung". So steht es auch mit dem jetzt verlangten Einsatz von TLS 1.2 als Transportverschlüsselung im Internet. Bundesbehörden sollen ab sofort dieses sichere Verfahren in Verbindung mit Perfect Forward Secrecy (PFS) verwenden. PFS verspricht, auch die nachträgliche Entschlüsselung einer mitgeschnittenen Kommunikation zu verhindern. Verbindlich für die Bundesbehörden wird der jetzige Mindeststandard erst nach Zustimmung des IT-Planungsrats und des Bundesinnenministeriums.

Allerdings, so das BSI, könne eine Migration zu TLS 1.2 "kosten- und zeitintensiv sein". Daher rät es, "bis zur Umstellung zusätzliche Schutzmaßnahmen umzusetzen." Das angreifbare TLS 1.0 dürfe weiterhin eingesetzt werden, wenn Abwehrmaßnahmen gegen bekannte Angriffe wie BEAST ergriffen werden.

Bislang unterstützen Opera, Chrome 30 und der Internet Explorer von Microsoft TLS 1.2. Dort muss der Nutzer es jedoch teilweise erst aktivieren. Die Firefox-Entwickler arbeiten seit längerer Zeit daran, Safari auf Mac OS X nutzt immer noch TLS 1.0. Die iOS-Version des Browsers hingegen nutzt Version 1.2. Auch das dürfte den vom BSI geforderten Umstieg auf TLS 1.2 "auf beiden Seiten der Kommunikationsverbindung" erschweren. (ck)