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Banken warnen vor E-Mail-Werbung für Job als "Finanzagent"

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Erst Mitte September freute sich das BKA über einen Schlag gegen eine Phisher-Gruppe, die auch wieder so genannte Finanzagenten zur Geldwäsche einsetzte. Nun warnt der Bundesverband deutscher Banken laut dpa davor, per E-Mail würden derzeit immer häufiger Jobangebote für eine Tätigkeit als Finanzagent verbreitet. Dabei sollen die Angeschriebenen ihr Konto für Geldtransfers zur Verfügung stellen. In der Regel handelt es sich in diesen Fällen um betrügerisch erlangte Gelder, warnt der Verband und rät daher davon ab, solche Angebote anzunehmen.

Die im September verhaftete Gruppe beispielsweise setzte die Finanzagenten dazu ein, um von den Bankkonten der Opfer Geld an die zuvor angeworbenen Mittelsmänner zu überweisen. Diese überwiesen die Beträge abzüglich einer Provision nach Russland und in die Ukraine. Dort wurde das Geld über eine Kombination von Dienstleistern im Bereich des Electronic Payment weitergeleitet. Es ging dann auf ausländische Konten ein, die zuvor durch die Täter mit falschen Personalien eröffnet worden waren. Am Ende konnten die Täter an deutschen Geldautomaten über das erschwindelte Geld verfügen.

Das eigene Konto sollte grundsätzlich nicht für Zahlungen von Dritten zur Verfügung gestellt werden – das könne strafbar sein, betont nun der Bankenverband erneut. Denn Personen oder Firmen, die Finanztransfergeschäfte gewerbsmäßig betreiben, benötigten eine Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen. Auch wer nicht davon wusste, dass das Geld womöglich aus betrügerischen Aktionen stammt, mache sich als Mittäter strafbar. Oft erhalten Interessierte sogar einen gefälschten Arbeitsvertrag, der dem Vorgehen einen professionellen Anschein geben soll. Grundsätzlich sollte bei unerwarteten Gutschriften die Rücküberweisung immer auf das Ursprungskonto erfolgen. Mittlerweile gibt es bereits mehrere  Verurteilungen gegen Internet-Nutzer, die sich als Finanzagenten anwerben ließen. (jk)