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Security

Cablegate: Clinton macht Diplomaten angeblich zu Spionen

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US-Außenministerin Hillary Clinton soll ihren Botschaftern im Juli 2009 geheime Direktiven erteilt haben, technische Details über die von der UN eingesetzten Kommunikationssysteme zu sammeln und biometrische Daten wichtiger UN-Beamter zu erheben. Dies geht aus den jüngst veröffentlichten US-Depeschen der Whistleblower-Website Wikileaks hervor, wie die britische Tageszeitung The Guardian berichtet. Auf Clintons Wunschzettel standen unter anderem Passwörter und Verschlüsselungs-Keys, die hochrangige UN-Mitarbeiter für die offizielle Kommunikation nutzen, sowie Kreditkarten- und Vielfliegernummern.

Darüber hinaus sollten US-Diplomaten in der Demokratischen Republik Kongo, Uganda, Ruanda und Burundi sogar Fingerabdrücke, DNA-Proben und Iris-Scans bestimmter Zielpersonen aus UN-Kreisen sammeln, hieß es in dem Bericht. Zudem sollten die Diplomaten Informationen über Führungsstil und Entscheidungsfindung des UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon sammeln sowie über seinen Einfluss auf das UN-Sekretariat.

UN-Botschafterin Susan Rice wies laut Medienberichten die Vorwürfe zurück und sagte: "Unsere Diplomaten sind genau das: Diplomaten." Clinton kündigte am Montag "entschlossene Schritte" gegen die Hintermänner des Datenklaus und schärfere Sicherheitsvorkehrungen an. Nach ihrer Ansicht ist die Veröffentlichung "nicht nur ein Angriff auf die US-Außenpolitik, sondern auch ein Angriff auf die internationale Gemeinschaft". Die Ministerin betonte, die offizielle Außenpolitik der USA werde nicht anhand von derartigen Depeschen gestaltet. "Die Politik wird in Washington gemacht."

(rei)