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Security

Crypto Wars: Obamas Entscheidung zu Zwangs-Hintertüren erwartet

Einem internen Dokument zufolge, welches der Presse zugespielt wurde, steht eine Entscheidung des US-Präsidenten zu Zwangs-Hintertüren bald bevor. Uneingeschränkt für starke Verschlüsselung ohne Hintertüren wird sich Obama wohl nicht aussprechen.

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NSC Leak

(Bild: Washington Post)

Soll sich die US-Regierung für starke Verschlüsselung aussprechen oder Hintertüren bei Geräteherstellern einfordern? Wie die Washington Post berichtet, hat das National Security Council (NSC) über genau diese Frage beraten. Der Zeitung zugespielte Dokumente stammen angeblich aus den Besprechungen und zeigen drei Optionen für die Regierung auf:

  1. Der Präsident spricht sich gegen neue Gesetze aus, welche die Hersteller zu Hintertüren verpflichten sollen.
  2. Obama vertagt die Entscheidung.
  3. Es wird keine Entscheidung zu dem Thema getroffen.

Sich offen für starke Entschlüsselung zu entscheiden, wird in dem Dokument nicht als Alternative erwähnt. Dafür beschreibt es die Argumente, die jeweils für und wider eine solche Entscheidung sprechen. Erste konkrete Aktionen sollen demnach noch diesen Monat stattfinden und sind unter Umständen schon angelaufen.

Die US-Zeitung spekuliert, dass die erste Option die wahrscheinlichste ist. Das der Zeitung zugespielte Papier sagt zwar, man würde sich in dem Fall gegen Gesetze und Zwangsmaßnahmen von Seiten der Regierung aussprechen, spricht aber an, dass Obama die Technologie-Konzerne zu freiwilliger Kooperation aufrufen können.

Das Ergebnis sähe etwa so aus wie dem Fall, mit dem Apple kürzlich in den Schlagzeilen war. Zwar gab der Konzern den Ermittlern zu verstehen, dass iMessage-Nachrichten sicher Ende-zu-Ende verschlüsselt seien und man deswegen keinen Zugriff habe, übergab dann aber den unverschlüsselten Inhalt der iCloud des Zielobjektes an die Behörden. Für die Ermittler dürfte das Ergebnis das selbe gewesen sein: Zugang zu den gewünschten Chat-Inhalten.

Wie auch immer Obamas endgültige Entscheidung ausfällt, sie scheint nahe zu sein. Außerdem scheint unwahrscheinlich, dass sich der Präsident allzu offen gegen jegliche Art von Hintertüren ausspricht. Das, so die NSC-Memo, würde die Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden sehr verärgern. Und das kann sich wohl selbst ein US-Präsident in seiner letzten Amtsperiode im aktuellen politischen Klima nicht leisten. (fab)