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Security

Cyber Security Summit: Telekom fordert neue IT-Sicherheitsoffensive

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Beim "Cyber Security Summit" hat Telekom-Chef René Obermann mehr grenz- und branchenübergreifende Bündnisse zur IT-Sicherheit gefordert. Dabei schloss er auch gesetzliche Regelungen nicht aus. Der Konzern hat die neue Veranstaltungsreihe zusammen mit der Münchner Sicherheitskonferenz aus der Taufe gehoben. In der Konzernzentrale kamen 70 hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik zusammen, um gemeinsam an der Simulation von IT-Angriffen teilzunehmen und zukünftige Maßnahmen zu beraten. In der Abschlusserklärung fordern die Teilnehmer eine bessere internationale Zusammenarbeit der Computer Emergency Response Teams (CERT).

"Wir dürfen Kriminalität, Sabotagen und Hacktivismus können wir nicht einfach hinnehmen", sagte Obermann in Bonn. Zur Bekämpfung von Attacken sei ein neues Bündnis erforderlich, das auch die Unternehmen umfassen, die ihr Kerngeschäft nicht im IT-Bereich haben. Dabei plädierte auch für eine neue Kultur der Offenheit: Wenn Unternehmen von Attacken auf ihre IT betroffen seien, sollten sie die Details der Angriffe melden, um anderen Firmen die Chance zu geben, Angriffe auf ihre Systeme zu verhindern. "Heute werden solche Vorfälle noch zu selten gemeldet", sagte der Telekom-Chef.

Dabei schloss der Obermann auch eine gesetzliche Meldepflicht für Angriffe nicht aus, die zum Beispiel von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich befürwortet wird: "Ich wäre nicht dagegen, dass es gesetzliche Regelungen gibt", erklärte der Telekom-Chef. Zuvor hatte Howard Schmidt, ehemaliger Cyber Security Koordinator im Weißen Haus, einen solchen Schritt abgelehnt: "Dies ist ein Problem, wo der private Sektor größere Stärken hat als Regierungsstellen", sagte Schmidt. Statt Unternehmen zur Meldung von erfolgreichen Angriffen zu verpflichten habe die Regierung Obama Gesetze zu ihrem Schutz auf den Weg gebracht, wenn sie dies tun.

Auch Obermann will zuerst auf Selbstregulierung setzen: Zunächst solle die Wirtschaft aber versuchen eigene Regeln zu finden. Wichtiger Punkt sei dabei, dass Informationen über die Bekämpfung der Angriffen nicht nur auf Fachleute beschränkt werde. Ein Grund für die fehlende Informationsbereitschaft sei, dass die Unternehmen nach einer eingestandenen Datenpannen unter Reputationsverlusten zu leiden hätten. Dazu appelierte er an die Medien, solche Vorfälle in Zukunft "konstruktiv zu begleiten". Die Erfahrungen mit eigenen Datenpannen sei für die Telekom in den letzten Jahren einerseits schwer, andererseits auch heilsam gewesen. Obermann appelierte an die Unternehmen in Zukunft solche Datenverluste einzugestehen, auch wenn sie dadurch Kritik auf sich zögen. (Torsten Kleinz) / (jk)