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Cybercrime-Bilanz: Mecklenburg-Vorpommern erwartet mehr Straftaten

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Das Landeskriminalamt von Mecklenburg-Vorpommern erwartet eine weitere Zunahme von Straftaten mit Hilfe des Internets. Bereits für 2011 gab es in dem Bundesland einen Anstieg von 9,3 Prozent der Internetstraftaten auf 5304 Fälle – für das abgelaufene Jahr 2012 ist mit einem weiteren Zuwachs zu rechnen. Das teilte LKA-Direktor Ingolf Mager gegenüber der dpa in Schwerin mit.

Ein Schwerpunkt der Cyberkriminalität sei der Betrug beim Kauf und Verkauf von Waren. Aber auch Angriffe auf private Computer oder Behördenrechner mit Schadsoftware sowie das Ausspähen sensibler Daten und Sabotage nähmen zu, so Mager. "Lücken im Virenschutz werden sofort von den Tätern ausgenutzt" und "Rechner werden massenhaft auf Schwachstellen gescannt", betonte er. Selbst bei Polizeibehörden und dem Landeskriminalamt hätte es schon Hackerattacken gegeben.

Laut Innenministerium hat die Landespolizei bereits im März 2011 ein spezielles Dezernat zur Bekämpfung von Cyberkriminalität eingerichtet. 2012 kam eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Rostock für Ermittlungen im Netz hinzu. Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) erklärte im Dezember 2012, dass damit die bundesweit "weitreichendste Organisation gegen Internetkriminalität geschaffen wurde."

Die Online-Meldestelle des LKA nimmt Hinweise zu Internetkriminalität entgegen.

(Bild: netzverweis )

Über die schon im Jahr 2001 installierte und in 2010 überarbeitete Internetseite www.netzverweis.de wurden außerdem bisher insgesamt mehr als 6000 Hinweise auf Gefahren oder Straftaten im weltweiten Datennetz gegeben. Die Seite verfüge über eine Online-Meldestelle, bei der Internetnutzer den Kriminalisten vom LKA Hinweise auf verdächtige Inhalte und Webseiten geben können, auf Wunsch auch anonym, erklärte Mager.

Die meisten Meldungen bei netzverweis gebe es zum Thema Kinderpornografie. Allein 2012 seien insgesamt rund 700 Hinweise eingegangen, davon ein Drittel zu kinderpornografischen Inhalten. Jeweils fast 200 Informationen gab es zu Datenklau und Kreditbetrug sowie zu Cyber-Mobbing mit strafrechtlicher Relevanz. 87 Hinweise gingen zu extremistischen Inhalten ein.

Den Anstieg bei der Cyberkriminalität bezifferte Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2010 gegenüber 2009 schon mit 37 Prozent und registrierte damit einen besonders starken Zuwachs. Im gleichen Zeitraum ist die die Zahl registrierter Internet-Straftaten bundesweit um rund 19 Prozent gestiegen. Justizministerin Kuder kommentierte dies Anfang 2012: "Die Entwicklung der Fallzahlen in unserem Land übertrifft sogar deutlich den auch bundesweit zu verzeichnenden Anstieg und verhält sich geradezu konträr zur demografischen Entwicklung." Die allgemeine Kriminalitätsbelastung hat sich dahingegen verringert. Wie Innenminister Lorenz Caffier aussführte," wurde 2011 der niedrigste Stand der registrierten Kriminalität in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns erreicht." (mit Material der dpa) / (kbe)