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Security

Cyberwar: Schlechte Chancen für die USA

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In einer Anhörung vor dem Kommitte für Commerce, Science und Transportation des US-Senat zeigten sich Sicherheitsexperten äußerst besorgt um die Abwehr von Cyberattacken. Der ehemalige Vize-Admiral und frühere Leiter der National Intelligence Michael McConnell ging sogar so weit zu behaupten, würden feindliche Mächte heute einen Cyberwar gegen die USA beginnen, würden die USA ihn verlieren. Das liege jedoch nicht daran, dass man weniger talentierte Leute oder schlechtere Technik besäße. Vielmehr sei man das verwundbarste Land, weil man das am besten vernetzte Land sei – und deshalb habe man auch am meisten zu verlieren.

Genau diesen Missstand soll das kürzlich verabschiedete Gesetz "Cybersecurity Enhancement Act of 2009" zur Verbesserung der IT-Sicherheit des Landes beheben. Es will erreichen, dass Regierung und Behörden durch Schulungen, Forschung und Koordination besser gegen Attacken aus dem Cyberspace gewappnet sind. Das Gesetz muss noch die zweite Kammer des US-Parlaments, den Senat, passieren.

James Lewis, vom Center for Strategic and International Studies (CSIS) unterstreicht die Verwundbarkeit der USA durch Angriffe. Man wisse, dass etwa China und Russland bereits ausspionieren, wie man das Stromnetz der USA lahmlegen könne. Derzeit sehe es so aus, als wären diese und andere Mächte wirklich in der Lage, es beispielsweise im Falle eines Konflikts um Taiwan oder Georgien abzuschalten. Es sei aber unwahrscheinlich, dass China und Russland diese Option nutzen würden. Dies sei politisch zu riskant und würde einem Bomberangriff auf einem Kraftwerk gleichkommen – der entsprechende Reaktionen nach sich ziehen würde. Zudem hätten auch feindliche Staaten eher Nachteile, wenn beispielsweise die Wall Street ausfallen würde.

Nach Meinung von Lewis müsse man sich derzeit auch wenig Sorgen um Angriffe von Terroristen machen. Wenn diese wirklich in der Lage wären, Cyberattacken durchzuführen, hätten sie dies bereits getan. Die Annahme, sie seien zwar in der Lage, hätten sich aber aus bestimmten Gründen bislang zurückgehalten, sei lächerlich. Er halte Terroristen einfach nur für verrückt. Die Lage könne sich aber ändern, wenn feindliche Mächte Terroristen das Wissen vermitteln würden. Derzeit würden aber nach Meinung von Lewis weder Russland noch China mit Extremisten kooperieren.

Dennoch würde die USA und deren Wirtschaft bereits jetzt durch ständige kleinere Cyberattacken ausbluten. Das Ausspähen von wichtigen Informationen und Angriffe von Cyberkriminellen schädige Unternehmen und die Regierung bereits jetzt immens. Wenn man keine Gegenmaßnahmen ergreife, blute man unbemerkt aus und sei am Ende tot, so Lewis in der Anhörung. Daher sei die Verabschiedung des Gesetzes zwingend erforderlich.

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(dab)