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Drei Jahre Gefängnis für Botnetzbetreiber

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Ein US-Bundesgericht in Seattle hat einen Botnetzbetreiber zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, berichtet die Seattle Times. Über das Botnetz, bei dem mit Trojanern infizierte Rechner ohne Kenntnis der Nutzer auf Befehle des Botnetzbetreibers warteten, habe der 21-jährige Millionen von Computern weltweit angegriffen und Netzwerke in Krankenhäusern, Schulen und dem US-Verteidigungsministerium zum Erliegen gebracht. Sein Botnetz installierte auf den betroffenen Computern Adware, die selbst dann, wenn die Systeme offline waren, Pop-ups startete. Häufig erschienen diese in so schneller Folge, dass die Rechner einfroren. Schätzungsweise soll der Botnetzbetreiber mindestens 30.000 US-Dollar an Provisionen für die Adware-Installationen erhalten haben.

In der Verhandlung sagte der Botnetzbetreiber, das Ganze habe als ein Wettbewerb mit zwei noch minderjährigen Online-Bekannten begonnen: "Ich wollte einfach immer besser und besser werden. Ich habe nie über die Konsequenzen nachgedacht."

Die Staatsanwältin hatte sechs Jahre Gefängnis gefordert, um potenzielle Nachahmer abzuschrecken. "Was immer ich tue: Noch bevor ich diesen Richterstuhl heute abend verlassen habe, wird die halbe Welt es wissen", stimmte ihr die Richterin im Prinzip zu. Wegen seines jugendlichen Alters und da der Angeklagte bislang nicht straffällig geworden war, setzte die Richterin die Strafe auf 37 Monate Gefängnis plus drei Jahre Bewährung fest. Außerdem muss der Botnetzbetreiber an das Northwest Hospital 114.000 US-Dollar und an das US-Verteidigungsministerium 138.000 US-Dollar Entschädigung zahlen. (anm)