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Security

DynDNS-Dienst: Microsoft stört gute und böse NoIP-Nutzer

Aufgrund eines technischen Fehlers hat Microsoft vermutlich Millionen Nutzer des DynDNS-Providers NoIP beeinträchtigt. Laut Kaspersky hatte der ungeplante Ausfall aber auch etwas gutes: Professionelle Spionage-Gruppen wurden massiv gestört.

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Microsofts Vorgehen gegen den DynDNS-Dienst NoIP ist offensichtlich gründlich nach hinten losgegangen: Eigentlich wollte das Unternehmen rund 20.000 Subdomains von NoIP stilllegen, weil sie zum Betrieb von Malware-Servern missbraucht wurden. Weil der Provider angeblich nicht auf einen Kontaktversuch von Microsoft reagierte, ließ die Digital Crimes Unit aus Redmond die Domains per gerichtlichem Beschluss auf Microsoft-Server umleiten. Die Idee dahinter war, dass so nur die beanstandeten Weiterleitungen blockiert werden, die zahlreichen legitimen Kunden sollten davon nicht beeinträchtigt werden.

Allerdings waren die Microsoft-Server dem Ansturm nicht gewachsen, was dazu führte, dass die Namensauflösung der NoIP-Adressen in unzähligen Fällen fehlschlug. Wer einen Server hinter einem Internetanschluss mit dynamischer IP-Adresse betreibt, konnte diesen folglich nicht mehr erreichen. Leserberichten zufolge ist ein stabiler Betrieb nach wie vor nicht gewährleistet. NoIP empfiehlt betroffenen Kunden, auf eine der Domains umzusteigen, die Microsoft nicht übernommen hat: ddns.net, webhop.me, serveminecraft.net, ddnsking.com oder onthewifi.com.

Der ungewollte Ausfall betrifft aber nicht nur legitime Kunden, sondern auch Cyber-Spione, auf die es Microsoft eigentlich gar nicht abgesehen hatte. Wie die Antivirenfirma Kaspersky berichtet, hat das technische Versagen dazu geführt, dass Hacktivisten-Gruppen wie die Syrian Electronic Army, der Spionagetrojaner Flame aber auch Kunden von HackingTeam, einem kommerziellen Anbieter ausgefeilter Überwachungssoftware, gestört wurden. Jede vierte der von Kaskersky beobachteten Profi-Spionagegruppen (Advanced Persistent Threats, APT) hat es laut dem Bericht erwischt. (rei)